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Gastronomie auch im Landkreis Northeim unter Druck

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Von: Niko Mönkemeyer

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Fenster eines gastronomischen Betriebs mit Stellenangebot
In der Gastronomie wird derzeit händeringend Personal gesucht. © Frank Molter / dpa

Auch im Landkreis Northeim suchen gastronomische Betriebe derzeit Personal.

Northeim – Der große Personalmangel in der Gastronomie bereitet auch den Hotels und Gaststätten im Landkreis Northeim große Probleme und sorgt dafür, dass viele Betriebe gezwungen sind, ihren Service einzuschränken.

„Ich könnte im Moment zwei Köche und zwei Servicekräfte einstellen, aber man findet einfach keine Leute“, beschreibt Dominik Paris, Betreiber des Restaurants Café Ahrens in Northeim die aktuelle Situation. „Wir mussten schon vielen Kunden, die zum Beispiel Familienfeiern geplant haben, absagen, weil wir einfach nicht genügend Kapazitäten haben.“

Hinzu komme, dass aufgrund coronabedingter Kurzarbeit in den vergangenen Monaten beim Personal viele Urlaubstage aufgelaufen seien, die jetzt irgendwann abgebaut werden müssten. „Für uns bedeutet das konkret, dass wir im August, also eigentlich in der absoluten Hochsaison, für 14 Tage den Betrieb zumachen müssen“, so Paris.

Auch im Northeimer Hotel Schere hat das Personalproblem bereits Auswirkungen auf den Regelbetrieb. „Da einer unserer Köche aufgehört hat, können wir sonntags keinen Mittagstisch mehr im Restaurant anbieten“, sagt Geschäftsführer Beat Jürgens.

Die Personalknappheit sei schon vor Corona ein großes Problem gewesen, aber nachdem sich zusätzlich viele Mitarbeiter in der Pandemie beruflich anderweitig orientiert hätten, sei die Lage noch weitaus schwieriger geworden. „Uns bleibt nur die Möglichkeit, als Arbeitgeber möglichst attraktive Arbeitsbedingungen anzubieten und auch verstärkt auf angelernte Kräfte zu setzen, um Personal zu bekommen“, so Jürgens.

„Nach zwei Jahren Belastungen durch die Folgen der Corona-Pandemie geht es mit den Problemen für das Hotel- und Gaststättengewerbe nahtlos weiter“, sagt Renate Mitulla, Geschäftsführerin des Dehoga-Kreisverbands Northeim (Hotel- und Gaststättenverband). Neben dem Personalmangel machten die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel den Gastronomiebetrieben zunehmend das Leben schwer. Darüber hinaus werde ab Oktober die Anhebung des Mindestlohns für einen Anstieg der Personalkosten sorgen.

Die Anhebung des Mindestlohns ist aus Sicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) nachvollziehbar. Gleichwohl sei der eine zusätzliche Belastung für die Betriebe. Nach einer Berechnung des Verbandes müssten die Hotels und Gaststätten je nach Kategorie eigentlich ihre Preise um 24 bis 35 Prozent anheben, um die Kostensteigerung durch höhere Löhne, steigende Energiepreise und teurere Lebensmittel aufzufangen.  (Niko Mönkemeyer)

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