Es hagelt Stornos

Gastronomie im Landkreis Northeim bricht das Weihnachtsgeschäft weg

Koch bearbeitet Gänsekeulen
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Jungkoch Victor Miller in der Küche des Hotels Schere.

Hotels und Restaurants bekommen immer mehr Absagen für Reservierungen

Landkreis Northeim – Die Corona-Pandemie wird den gastronomischen Betrieben im Landkreis Northeim auch in diesem Jahr das Weihnachtsgeschäft verhageln.

In vielen Betrieben sei angesichts der aktuellen Situation derzeit schon „tote Hose“, sagt Alexander Pohl, Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) aus Einbeck. Er fürchtet, dass die geplante Einführung der 2G+-Regel (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene plus Test) den gegenwärtigen Trend noch verstärken wird. „Insbesondere für Betriebe, die sich auf größere Gruppen spezialisiert haben, wird es in diesem Jahr wieder schwierig“, so Pohl.

Das kann Kevin Schwarz, Betreiber des Hotels Am Rothenberg in Volpriehausen nur bestätigen. „Bei mir wurden bereits 90 Prozent der gebuchten Veranstaltungen abgesagt“, beschreibt er seine aktuelle Situation. „Und auch das Seminargeschäft bricht mir weg.“

Schwarz geht davon aus, dass sich seine Umsatzeinbußen bis zum Ende des Jahres auf rund 100 000 Euro aufsummieren werden, sodass er gezwungen sein wird, im Dezember wieder mehrere Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Und da es nicht nur ihm so gehe, sei zu befürchten, dass sich viele dann anderweitig orientieren werden und sich die Fachkräfteproblematik in der Gastronomie weiter verschärft.

Mit ein Grund dafür sei auch die Bezahlung, ist Schwarz überzeugt und verweist auf die Probleme in der Pflege, die aus diesem Grund auch immer mehr Personal verliere. Aber dafür müssten die Betriebe höhere Preise nehmen können. Die würden von den Kunden aber nicht bezahlt. „Eigentlich müsste ein Bier acht Euro kosten.“

Auch Beat Jürgens, Betreiber des Hotels Schere in Northeim, fürchtet, dass die 2G+-Regelung noch mehr Menschen davon abhalten wird, ein Restaurant zu besuchen. Dabei gebe es bereits jetzt schon viele Stornos und ein nur geringes A-la-Carte-Geschäft. „Wir werden versuchen, mit unserem Außer-Haus-Verkauf den Schaden zu begrenzen, da haben wir ja leider schon Erfahrung mit“, sagt er. Zum Glück gebe es dafür bereits Anfragen.

Die angekündigte 2G+-Regelung ist aus Sicht von Dehoga-Landesgeschäftsführerin Renate Mitulla nichts anderes als ein Lockdown für die Gastronomie. Sie bezeichnet die Lage als Katastrophe für die Betriebe und kündigt die Forderung nach weiter staatlicher Unterstützung an. Die bis jetzt geleisteten Zahlungen hätten zwar vielen Betrieben im vergangenen Jahr geholfen, doch die damit finanzierten Investitionen in Lüftungskonzepte kämen nun gar nicht zum Tragen. (Niko Mönkemeyer)

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