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„Gelber Schein“ fällt ab Januar weg

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Von: Niko Mönkemeyer

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Hand schreibt eine Krankmeldung
Symboldbild Krankmeldung © Paul Zinken / DPA

Ab Januar Krankmeldung für Arbeitgeber elektronisch

Northeim – Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer, die sich ab Beginn des neuen Jahres krankschreiben lassen müssen, sollen in den Arztpraxen nicht mehr den sogenannten „gelben Schein“ ausgehändigt bekommen. Stattdessen wird es nur noch eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) geben, die die Arbeitgeber dann bei den gesetzlichen Krankenkassen ihrer Arbeitnehmer selbst abrufen müssen. Mit dieser neuen Regelung möchte der Gesetzgeber nicht nur den bürokratischen Aufwand in den Arztpraxen reduzieren, sondern auch den Papierverbrauch senken.

Nach Einschätzung von Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Northeimer Ärztevereins, werden diese Ziele zum Start der neuen Regelung ab dem 1. Januar wohl noch nicht erreicht.

Die Übermittlung der Daten an die Krankenkassen funktioniere zwar bereits, aber dass auch alle Betriebe zum 1. Januar schon in der Lage seien, diese bei den Krankenkassen abzurufen, sei zu bezweifeln. Boldt rechnet damit, dass viele krankgeschriebene Arbeitnehmer aus diesem Grund erneut in die Praxen kommen werden, um ihre Krankmeldung dann als Ausdruck abzuholen.

„Bislang haben Patienten bei einer Krankschreibung drei DIN-A-5-Formulare bekommen: eins für sich selbst, eins für die Krankenkasse und eins für den Arbeitgeber“, so Boldt. Ab Januar seien es dann voraussichtlich zwei Ausdrucke im DIN-A-4-Format sein.

„Wir empfehlen Arbeitnehmern, ihre Arbeitgeber noch einmal an die Änderung zu erinnern“, sagt Detlef Haffke, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen auf Anfrage. Denn die hätten in diesem Fall eine Holschuld. „Wahrscheinlich wird es am Anfang noch heftig rumpeln, aber für mehr als 90 Prozent der Arztpraxen dürfte die Umstellung zum 1. Januar kein großes Problem sein.“

Anders sehe es allerdings bei den Praxen aus, die IT-technisch noch nicht auf dem neuesten Stand seien, und bei einigen werde sich das voraussichtlich auch nicht mehr ändern, weil bereits eine Schließung geplant sei.

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) gilt nur für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer. Privat-Versicherte erhalten die Krankmeldung weiterhin in Papierform und geben diese beim Arbeitgeber ab. Gleiches trifft laut Techniker Krankenkasse auch für Privatärzte oder AU-Bescheinigungen aus dem Ausland zu. Minijobber hingegen nutzen die eAU. Ihre Arbeitgeber sollten daher auch deren Krankenkasse in den Personalunterlagen erfassen.

(Niko Mönkemeyer)

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