Strafe in Höhe von 45.000 Euro

Gericht: RWE hat in Northeim mit unlauteren Methoden geworben

Northeim. Die Stadtwerke Northeim (SWN) haben im Kampf gegen unlautere Wettbewerbsmethoden einen Sieg errungen.

Die RWE Vertriebs AG (Dortmund) muss auf Beschluss des Landgerichts Göttingen ein Ordnungsgeld in Höhe von 45.000 Euro zahlen, weil RWE-Werber im Dezember und im Januar mit falschen Angaben SWN-Stromkunden an der Haustür zu einem Wechsel gedrängt haben. 

Wie der Rechtsanwalt der SWN, Dr. Björn Schreier (Northeim), und SWN-Geschäftsführer Dirk Schaper erläuterten, haben die Werber bei den Kunden den Eindruck erweckt, mit den Stadtwerken zusammenzuarbeiten. Mit der Ankündigung, der Strom werde dann billiger, wurden die Kunden zu Unterschriften gedrängt. Dass sie damit den Stromlieferanten wechselten, verschwiegen die Werber.

Warnen vor unlauteren Geschäftsmethoden von Stromanbietern: (von links) Rechtsanwalt Dr. Björn Schreier, SWN-Geschäftsführer Dirk Schaper und SWN-Vertriebschef Joachim Kaiser. 

Einige Kunden haben sich laut SWN-Vertriebsleiter Joachim Kaiser hinterher verunsichert bei den Stadtwerken gemeldet. Daraufhin haben die SWN ihre Kunden in der Nachbarschaft angerufen. Resultat: Die Drückerkolonne von RWE ist systematisch in einem Wohnquartier vorgegangen. Zwar, so Kaiser, habe man mit nur etwa 80 Prozent der Kunden (rund 50 Personen) erreicht, aber von denen, die gewechselt waren, habe nur einer gesagt, er habe tatsächlich wechseln wollen.

Drei dieser wettbewerbswidrigen Abwerbegespräche konnten die SWN mit den jeweiligen Kunden als Zeugen vor dem Landgericht nachweisen. Das Gericht verhängte daraufhin das Ordnungsgeld.

„RWE ist kein Ersttäter“, betont Schaper. Bereits im September 2013 haben die Stadtwerken eine einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb des Stromkonzerns erwirkt, weil auch damals RWE-Werber an Haustüren fälschlicherweise den Eindruck erweckt hatten, sie arbeiteten mit den SWN zusammen und durch einen bei ihnen abgeschlossenen Liefervertrag werde der Strom billiger, ohne dass sich an der Vertragsbeziehung des Kunden zu den SWN etwas ändere. 

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Rubriklistenbild: © Arno Burgi

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