Streit um Umleitungsstrecke wegen Baustelle Dörtalsweg

Gesucht: Schleichweg für Northeimer Stadtbusse

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Der untere Bereich des Hengstbachweges: Nach dem Willen der Stadtverwaltung soll er als Umleitungsstrecke für die Buslinie 6 geöffnet werden. Die Politik hat erhebliche Sicherheitsbedenken.

Northeim. Welche Umleitungsstrecke sollen die Stadtbusse nehmen, wenn der Dörtalsweg für sie nicht mehr befahrbar ist?

Der Ratsausschuss für Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung hat der Antwort von Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser auf diese Frage zunächst einen Riegel vorgeschoben.

Einer Öffnung des Hengstbachweges zwischen Sudheimer Straße und Fontaneweg erteilte der Ausschuss zunächst eine Absage. In einer Sondersitzung am Dienstag, 11. April, will der Ausschuss um 17 Uhr bei einem Ortstermin die Situation dort in Augenschein nehmen und anschließend entscheiden, welche Empfehlung er abgibt. Die Beratung nach dem Ortstermin soll in den Räumen der Northeimer Feuerwehr stattfinden.

In jedem Fall soll die Entscheidung, wie die Busumleitung geführt wird, nicht dem Bürgermeister überlassen werden. Entscheiden soll nach dem Willen des Verkehrsausschusses der Verwaltungsausschuss. Klar ist bisher nur: Die kleinen Wohnstraßen, die Autofahrer als Schleichwege nutzen können, sind für die Busse nicht geeignet.

Wie Günter Bartsch von der Abteilung Tiefbau der städtischen Bauverwaltung in der Ausschusssitzung am Donnerstagabend erläuterte, sei vorgesehen, den nicht als öffentliche Straße gewidmeten 150 Meter langen Bereich des Hengstbachweges mit einer Asphaltdecke zu versehen. Bei Trockenheit wäre die Staubbelastung durch den Busverkehr zu hoch.

Hildegard Pawel (SPD) und Helga Jäger (CDU) betonten beide, die Busse der Linie 6 durch den von vielen Kindern und Jugendlichen als Schulweg genutzten, bisher für Fahrzeugverkehr gesperrten Bereich zu führen, sei zu gefährlich.

Die Sicherheit der Fußgänger, neben den Schülern gehörten dazu auch Senioren mit Rollatoren, und von Rollstuhlfahrern sei dort nicht zu gewährleisten. Dabei verwiesen sie darauf, dass dort nur eine Breite von sieben Metern zur Verfügung stehe und beiderseits hohe Zäune ein Ausweichen unmöglich machten.

„Die Linie 6 fährt überwiegend leer durch die Gegend“, sagte Jäger. Angesichts dessen sei der geplante Aufwand unangemessen hoch. Sie schlug vor, die Firma Weihrauch zu fragen, ob es möglich sei, Kleinbusse einzusetzen, um die wenigen Fahrgäste aus dem Bereich des oberen Wieterfelds einzusammeln. Ähnlich äußerte sich auch Monika Nölting, die Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderungen.

Hans Harer (Grüne) verwies auf das Schreiben der Bürgerinitiative für die Öffnung des Martinsgrabens, dass eine Öffnung die Umleitungsprobleme beheben würde. Ein Votum dazu gab der Ausschuss aber am Donnerstag noch nicht ab. (ows)

Mehr zu dem Thema in der Samstagausgabe der Northeimer und der Sollinger HNA

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