Warnung vor den Risiken der Virus-Erkrankung

Gesundheitsamt warnt: Die Masern werden im Landkreis Northeim ausbrechen

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Eine Impfung schützt vor einer Masernerkrankung.

Die Fachbereichsleiterin des Gesundheitsdienstes des Landkreises Northeim, Dr. Regina Pabst, hat eindringlich auf die Gefährlichkeit der Viruserkrankung hingewiesen.

Pabst warnte auch angesichts der jüngsten Masernfälle in den beiden Nachbarlandkreisen Hildesheim und Göttingen. Ihre Aussagen geben wir in Fragen und Antworten wieder.

Ist das Risiko einer Masern-Ansteckung gebannt?

Nein, nach den Worten von Dr. Pabst nicht. „Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit und aktuell nimmt die Bedrohung durch Masern zu“, so die Amtsärztin.

Momentan sind den Gesundheitsdiensten keine Erkrankungsfälle im Landkreis Northeim bekannt. In den letzten Jahren gab es nach Mitteilung der Kreisverwaltung nur Einzelfälle, der letzte nachgewiesene Masernfall trat 2017 auf.

„Gleichwohl ist es sicher nur eine Frage der Zeit, wann auch im Landkreis Northeim die nächsten Masernerkrankungen auftreten werden“, betonte die Amtsärztin.

Was macht Masern so gefährlich?

Amtsärztin Dr. Regina Pabst.

Durch die Erkrankung auftretende Komplikationen sind vielfältig und können von Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung bis zu dauerhaften Schädigungen des Nervensystems reichen. Etwa eine von 1000 Erkrankten stirbt an den Masern oder deren Komplikationen. Besonders tückisch ist die verzögerte Gehirnentzündung, welche gerade Kinder unter fünf Jahren betreffen kann. Dabei werden die Kinder zunächst nach der Masernerkrankung wieder gesund, nach sechs bis acht Jahren zeigen sie dann Rückschritte der Entwicklung, verlieren über Monate bis Jahre alle geistigen und motorischen Fähigkeiten und sterben schließlich. Diese Krankheit ist nicht heilbar.

Sind auch Erwachsene durch Masern gefährdet?

Ja. Der jüngste Ausbruch im Landkreis Hildesheim zeigt nach den Worten von Pabst deutlich, dass Masernerkrankungen Kinder und Erwachsene betreffen, denn rund die Hälfte der betroffenen Masernerkrankten sei im Erwachsenenalter.

Wie kann man sich anstecken?

Die Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. „Es genügt ein bereits sehr kurzer Kontakt oder ein sehr kurzer Aufenthalt in der Nähe eines Betroffenen, um sich zu infizieren“, betont Pabst. Selbst das Betreten eines Raumes, in dem sich ein Masernerkrankter zwei Stunden vorher aufgehalten hat, könne zu einer Infektion führen. Pabst: „Damit ist die Masernerkrankung ansteckender als Ebola.“

Wie kann man sich vor Masern schützen?

Zunächst ist es nach den Worten der Amtsärztin wichtig, sich um den eigenen Impfschutz und den der Familie zu kümmern, bevor Kontakt mit Masernerkrankten besteht. Allerdings reiche eine einmalige Impfung nicht aus. Nur Personen, die eine Masernerkrankung durchgemacht haben oder zweimal geimpft worden sind, sind lebenslang geschützt.

Personen, die vor dem Jahr 1970 geboren sind, hatten üblicherweise in der Kindheit bereits Kontakt zu Masern. Auch sie brauchen keine Impfung.

Wie kann denn der eigene Impfstatus überprüft werden?

Auch für Laien ist der Impfstatus im Impfausweis gut erkennbar. Wenn im Impfausweis zweimalig die Impfung mit dem Kürzel „MMR“ oder „MMR-V“ dokumentiert ist, besteht ein vollständiger Impfschutz.

Bei der Klärung, ob bereits eine Impfung erfolgt ist, können die betreuenden Haus- und Kinderärzte weiter helfen, denn sie dokumentieren die Impfungen und können auch bei Verlust des Impfausweises helfen.

Fragen zum Thema Masernimpfung beantworten die Haus- oder Kinderärzte. Antworten gibt es auch direkt von den Gesundheitsdiensten des Landkreises Northeim unter Telefon: 0 55 51/70 81 07.

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