Stationärer Einzelhandel soll unterstützt werden

Geteilte Meinungen zur Paketsteuer bei Northeimer Händlern

Deutsches Post Auto, vor dem viele Pakete stehen.
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Symbolbild: Mit einer Paketsteuer für den Online-Handel soll der stationäre Einzelhandel unterstützt werden.

Die CDU-Bundestagsfraktion hat vor Kurzem eine Paketabgabe für den Online-Handel ins Gespräch gebracht.

Northeim – Daraus soll ein Innenstadtfonds entstehen, um die Unterstützung des stationären Einzelhandels zu finanzieren. Northeimer Händler, die zum Teil auch im Internet ihre Ware verkaufen, haben unterschiedliche Meinungen zu dem Vorschlag.

„Das ist sicherlich kein Weg in die Zukunft“, erklärt Axel Francke, Geschäftsleiter von Wohn- und Tischkultur Francke in Northeim. Vor allem wegen des Lockdowns seien viele Einzelhändler darauf angewiesen, einen Online-Handel anzubieten.

„Das ist kein Mittel, um einen Ausgleich zu schaffen“, ergänzt er. Es müssten andere Möglichkeiten gefunden werden, um die Innenstädte attraktiver zu machen und sie zu fördern.

Tobias Janus, Geschäftsführer der Buchhandlung Grimpe in Northeim, ist geteilter Meinung. „Prinzipiell muss man gucken, wie man es fair gestaltet“, sagt er. Da die Pakete von Online-Händlern oft in vielen Einzellieferungen zu den Kunden verschickt würden, sei das nicht gut für die Umwelt.

Tobias Janus, Geschäftsführer der Buchhandlung Grimpe in Northeim

Außerdem hätten die Paketboten sehr lange Arbeitszeiten. „Man muss eine Form finden, um die Paketfahrer zu entlasten“, sagt Janus.

Ob die Paketsteuer dafür der richtige Weg ist, sei für ihn fraglich. Nach seiner Ansicht müssten die Paketzusteller mehr Geld für ihre Arbeit bekommen. Sollte es eine Steuer geben, dann müsse sie natürlich auch für alle Händler – große und kleine – gelten, die Pakete verschicken.

Dr. Ralf Teichert von Expert Teichert findet die Idee der Paketsteuer gut. „Das hätte schon viel früher eingeführt werden müssen“, betont er. Die Entscheidung sei längst überfällig, denn der Online-Handel müsse im Gegensatz zum stationären Handel fast keine Steuern zahlen. „Das ist ungerecht“, ergänzt Teichert.

Neben dem überwiegend stationären Handel verkauft Teichert auch Ware über das Internet, die dann an die Kunden verschickt wird. „Ich habe kein Problem für die Sachen, die ich versende, auch Steuern zu zahlen“, betont er. (Samira Müller)

Städte- und Gemeindebund begrüßt Idee

Der Städte- und Gemeindebund begrüßt die Paketabgabe für den Online-Handel. In einem „Fünf-Punkte-Plan zur Rettung der Innenstädte“ fordert er eine Erhöhung der Städtebauförderung des Bundes. Die Autoren des Fünf-Punkte-Plans kritisieren, dass der Online-Handel ohne Einschränkungen 24 Stunden am Tag läuft, während der stationäre Handel sich in den Innenstädten an den strengen Vorgaben der Ladenöffnungsgesetze der Länder orientieren muss. (epd/smm)

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