Durchschnittliche Getreideerträge

Ernte im Landkreis Northeim besser als erwartet

Abgeerntetes Feld mit Stroh-Rundballen. Im Hintergrund Hochhäuser
+
Die Getreideernte ist im Landkreis Northeim zu etwa 95 Prozent abgeschlossen. Unser Foto zeigt ein abgeerntetes Feld am südlichen Stadtrand von Northeim.

Die Getreideernte ist im Landkreis Northeim besser gelaufen als gedacht.

Das geht aus einer ersten Bilanz des Kreisbauernverbands Northeim-Osterode hervor.

„Die Erträge sind natürlich je nach Standort unterschiedlich“, sagt Geschäftsführer Gerhard Rudolph auf HNA-Anfrage, „aber bei Erträgen von acht bis neun, manchmal auch zehn Tonnen pro Hektar liegen wir im Fünfjahresdurchschnitt.“ Auch wenn die Trockenheit kein ganz so großes Problem wie in den vergangen zwei Jahren gewesen sei, seien insbesondere auf den wasserhaltenden Flächen im Moringer Becken, im Einbecker Becken und rund um Kalefeld die besten Ergebnisse erzielt worden.

„Jetzt kommt es aber darauf an, zu welchen Preisen das Getreide vermarktet werden kann“, so Rudolph. Das gelte auch für den Raps, dessen Preis ja an den Ölpreis gekoppelt sei.

Gerhard Rudolph, Geschäftsführer Kreisbauernverband Northeim-Osterode

Als einen Grund für die zufriedenstellend ausgefallene Ernte nennt Rudolph die zeitlich gut abgestimmte Düngung der Felder. Dass diese künftig aufgrund der neuen Düngeverordnung so nicht mehr gehandhabt werden könne, bereite den Landwirten allerdings im Hinblick auf die Bestellung der Felder im kommenden Jahr große Sorgen.

Aus Sicht des Northeimer Landwirts Manfred Voß habe sich in diesem Jahr außerdem die Strategie bewährt, beim Bearbeiten der Äcker auf das Pflügen zu verzichten und stattdessen nur einen Grubber einzusetzen, um die Flächen zu lockern. Dadurch sei die Kapillarwirkung der Böden erhalten geblieben, was sich sehr positiv auf den Wasserhaushalt ausgewirkt habe.

Seine Befürchtung, dass die Ernte der Wintergerste aufgrund der Frühjahrstrockenheit geringer ausfallen würde, habe sich daher zum Glück nicht bestätigt, freut sich Voß. Und auch die Ernte des Winterweizens, die mittlerweile zu 95 Prozent abgeschlossen sei, habe einen besseren Ertrag gebracht als 2019.

Zufrieden ist er auch mit seiner Rapsernte. „Für den Raps war es trotz der Trockenheit ein gutes Jahr, weil es für Schädlinge wohl ein schlechtes Jahr war“, erklärt Voß.

Im Landkreis Northeim werden laut Landwirtschaftskammer derzeit 60 000 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt, was knapp der Hälfte der Gesamtfläche von 1267 Quadratkilometern entspricht. Den weitaus größten Anteil hat der Winterweizen, der auf 22 000 Hektar angebaut (Zahlen aus 2019) wurde. 9500 Hektar (ha) sind Dauergrünland. Weitere Feldfrüchte sind Wintergerste (6500 ha), Mais (5600 ha), Zuckerrüben (4700 ha) und Raps (4600 ha).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.