In Zeiten des Terrors jederzeit bewaffnet

Gewalt gegen Polizei nimmt zu: Allein 2016 gab es 55 Übergriffe in Northeim

Northeim. Polizeibeamte der Inspektion Northeim-Osterode werden immer häufiger Opfer von Gewalt. Kürzlich kam es beispielsweise zu einem Angriff mit einer Axt.

Im Jahr 2016 wurden 55 Übergriffe gezählt, zu denen auch sogenannte Widerstandshandlungen zählen. Das berichtete jetzt Günther Klinge, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizeiinspektion. Verletzt wurden bei sieben brutalen Angriffen zehn Polizisten. Sie erlitten Abschürfungen oder Prellungen. „Zum Glück musste niemand ins Krankenhaus“, sagt Klinge.

Für dieses Jahr verzeichnet die Polizei allerdings schon einen Anstieg der Übergriffe: „Wenn das so weitergeht, werden wir die Zahl 55 zum Jahresende übersteigen.“ Erst vor drei Wochen wurden in Northeim Polizisten im Einsatz mit einer Axt angegriffen – zum Glück wurde niemand verletzt. Das habe auch daran gelegen, so Klinge, dass die Beamten in Abwehrtechniken bei Angriffen mit Waffen geschult sind.

Außerdem sei die Ausrüstung besser als noch vor ein paar Jahren. Jeder Beamte hat eine Schutzweste. In Zeiten des Terrors so Klinge, trage zudem jeder Polizist zu jeder Zeit seine Dienstwaffe. Apropos: Die laut Klinge höchste Stufe der Gewalt, die er empfunden hat, sei aber das Vorhaben des im Frühjahr festgenommenen Northeimer Islamisten Sascha L. gewesen, der Polizisten mit einer Bombe töten wollte.

Auffallend ist laut Klinge, dass die Respektlosigkeit gegenüber der Polizei zunimmt. Typisch dafür sei auch die Verrohung, die die Beamten immer häufiger registrieren: „Früher hörte man auf zu schlagen, wenn das Gegenüber geblutet hat. Heute wird dem Opfer, wenn es auf der Straße liegt, noch mal ins Gesicht getreten“, sagt Klinge.

Die Angreifer seien überwiegend männlich, häufig alkoholisiert oder haben Drogen konsumiert. „Wir bemerken ein sehr hohes Aggressionspotenzial bei jungen Leuten. Aber wir haben auch 70-Jährige, die sich daneben benehmen.“ 

Rubriklistenbild: © picture alliance / Carsten Rehder/dpa

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