Polizei: Fast jeder hat etwas Verbotenes auf dem Handy

Viele Schüler haben Sex- und Gewaltvideos auf ihren Smartphones

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Thomas Sindram von der Polizeiinspektion Northeim/Osterode ist zuständig für Jugendangelegenheiten. Er gestaltet viele Präventionsveranstaltungen in Schulen.

Northeim. Die Polizei ermittelt bei Mobbing und viel schwereren Fällen wie Körperverletzungen und Sexualdelikten. Oft werden Handys einkassiert.

Wenn Eltern wüssten, was ihre Kinder so alles auf ihren Smartphones gespeichert haben, sie würden wahrscheinlich nicht mehr ruhig schlafen. „Es gibt kaum jemanden, der nichts Verbotenes drauf hat“, bringt es Polizeihauptkommissar Thomas Sindram auf den Punkt.

Die Palette ist äußerst vielfältig, reicht vom einfachen Mobbing bis hin zu sexuellen Handlungen und sogar Tötungsdelikten, weiß der Beauftragte für Jugendsachen der Polizeiinspektion Northeim/Osterode. Er und seine Kollegen haben täglich mit solchen Fällen zu tun. „Unsere Recherchearbeit ist oft sehr intensiv, zum Beispiel, wenn wir gelöschte Daten wieder sichtbar machen müssen, die sind nämlich nie ganz weg“, erläutert Sindram.

Was bei Jugendlichen sehr beliebt ist, sind eigene Nacktfotos oder auch Videos von sexuellen Handlungen, die zum Beispiel unter Pärchen ausgetauscht werden. „Wenn eine solche Beziehung in die Brüche geht, werden die Fotos aus Rache sehr oft bei Facebook oder YouTube öffentlich gemacht - zum Teil mit fatalen Folgen für die Betroffenen. Innerhalb von wenigen Minuten sind solche Dinge in einer gesamten Schule und darüber hinaus rund, weil sie fast jeder weiter postet.“

Bloßstellungen, Belästigungen, Beleidigungen, Schikanen und sogar die Androhung von Gewalt gehören zum Muster. In einem Fall hat das laut Sindram sogar zu einem vierwöchigen Jugendarrest und einem Schmerzensgeld von 4000 Euro geführt.

In einem anderen Fall verbreitete sich eine Prügelei an einer Schule in unserer Region wie ein Lauffeuer, weil diese von 27 Beteiligten per Handy gefilmt wurde. „Die wurden alle aufs Polizeirevier bestellt und befragt, weil es um Beihilfe zur Körperverletzung ging“, sagt Sindram. Eine Elfjährige machte öffentlich, dass sie ihre Mutter töten wollte, weil sie ihr das Handy weggenommen hatte.

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