Figur stand noch keine 24 Stunden in der Breiten Straße Ost 

Gewalttat in Northeimer Fußgängerzone: Zwerg die Nase abgeschlagen  

+
Nase ab: Keine 24 Stunden nachdem er in der Breiten Straße aufgestellt wurde, präsentierte sich Zwerg Nase so. 

Northeim. Keine 24 Stunden stand die Figur von Zwerg Nase in der Breiten Straße Ost, dann wurde ihm die Nase abgeschlagen.

Über diese Form von Gewalt gegen einen Wehrlosen kann man nur die Nase rümpfen: Zwerg Nase hat was auf die Nase bekommen. Kaum hatte er in der Breiten Straße Ost Position bezogen, wollten offensichtlich ein paar selbsternannte Kunstkritiker Northeim unter die Nase reiben, dass sie sich von ein paar hergelaufenen Schnitzschülern aus Bayern keine lange Nase machen lassen.

Doch warum so radikal? War Neid im Spiel? Schließlich wird immer wieder - wider wissenschaftlicher Erkenntnis - behauptet, dass die Länge des Riechorgans Rückschlüsse auf die Größe des männlichen Geschlechtsorgans zulässt.

Vielleicht war es ja auch ein Akt der Selbstverstümmelung. Hatte der Kleine vielleicht schon die Nase voll vom Northeimer Klima, das vor allem durch ständiges Nörgeln geprägt ist? Unwahrscheinlich, denn mit seinem Löffel konnte er seine Nase selbst kaum abtrennen.

Dass ein Zwerg seine Nase zu hoch trägt, kann man wohl ebenfalls ausschließen. Sollte doch jemand dieser Ansicht gewesen sein, lässt das Rückschlüsse auf dessen Horizont zu.

Oder hat die Figur seinen übergroßen Gesichtserker in etwas gesteckt, das ihn nichts angeht? Wohl kaum. Denn außer in den Luftraum der Breiten Straße ist das namengebenden Organ des Zwergs nirgendwo hingekommen.

Hat jemand versucht, ihn an der Nase herumzuführen, aber der Zwerg durchschaute das mit seinen großen Augen und verharrte auf seiner Position? Dass das die Nase nicht ausgehalten hat, ist vorstellbar. Nur wohin sollte der harmlose kleine Neubürger geführt werden? Ins Abseits? Nach Ansicht vieler stand er da schon. Aufs Glatteis? Die Fußgängerzone ist politisch schon ein ziemlich glattes Pflaster.

Möglich wäre auch, dass dem kleinen Kerl jemand auf der Nase herumtanzen wollte. Diese Form des Missbrauchs hätte der Täter dann mit einem schmerzhaften Absturz bezahlt. Er wäre selbst auf die Nase gefallen.

Unterm Strich bleibt der Nasenstüber eine geistlose Gewalttat.

Bleibt zu hoffen, dass der kleine Koch seine Nase bald wieder in den Northeimer Wind halten kann.

Wer sich dann immer noch an dem modellierten Riechkolben stört, sollte sich zuerst an die eigene Nase fassen und sich eben dorthin das deutsche Sprichwort reiben: „Lieber eine schiefe Nase als gar keine.“

Lesen Sie dazu auch: 

Northeimer Skulpturen-Pfad startet mit Zwerg Nase

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.