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IGBCE wirft Standortleitung von Contitech in Northeim Tricksereien bei geplanten Kündigungen vor

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Von: Olaf Weiss

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Der Contitech-Standort in Northeim: Die Schlauchproduktion will das Unternehmen hier beenden. ArchiVfoto: Hubert Jelinek
Der Contitech-Standort in Northeim: Die Schlauchproduktion will das Unternehmen hier beenden. ArchiVfoto: Hubert Jelinek © Hubert Jelinek

Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) rät den von Kündigung betroffenen Mitarbeitern des Northeimer Contitech-Standorts sich Rechtsschutz zu sichern. „Wenn die Pläne so weiter verfolgt werden, müssen wir offensichtlich 350 Kündigungsschutzklagen vorbereiten“, sagte Gewerkschaftssekretär Dr. Mathias Heiden nach Gewerkschaftsangaben am Montag bei einer Betriebsversammlung.

Northeim – Die IGBCE wirft dem Unternehmen vor, bei der Auswahl der Mitarbeiter, die gekündigt werden sollen, keine Sozialauswahl zu treffen, sondern „einfach alle aktuellen Schlauch-Beschäftigten zu entlassen“. Das sei rechtswidrig.

Im Juni hatte Contitech angekündigt, am Standort Northeim die Schlauch GmbH zu schließen (HNA berichtete). Eine Auswahl unter den insgesamt 1700 Contitech-Mitarbeitern sei laut Gewerkschaft nicht vorgesehen. Sie sei aber nach dem Kündigungsschutzgesetz vorgeschrieben.

Im Bereich Schlauch arbeiten nach Mitteilung der IGBCE vergleichsweise viele Beschäftigte, die sozial besonders schutzbedürftig seien. Sie seien etwas älter, gehörten länger zum Betrieb als die Mitarbeiter in den übrigen Contitech-Betriebsteilen in Northeim. Auch der Anteil der Schwerbehinderten sei höher.

„Die Standortleitung scheint nun mithilfe juristischer Tricksereien den Schlauch-Bereich aus dem Gemeinschaftsbetrieb herauslösen zu wollen, bevor Kündigungen ausgesprochen werden sollen“, kritisierte die Gewerkschaft.

Stattdessen solle die Standortleitung mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaften darüber verhandeln, wie die Transformation von Contitech ohne Kündigungen gestaltet werden könne. So würde die Rückkehr von der 40- zur 37,5 Stundenwoche beispielsweise 100 Arbeitsplätze sichern, so die IGBCE.

Die Pläne von Contitech sehen vor, dass sich die Standorte Waltershausen, Korbach und Oedelsheim zu „Kompetenzschwerpunkten“ für die Fertigung von Schlauchleitungsanwendungen in der Automobilbranche entwickeln sollen.

Dabei fallen die Schlauch-Produktionsstandorte Northeim und auch Hann. Münden (350) hinten runter.

In Northeim will sich Contitech auf die Produktion von Transportbandsystemen, Elastomer-Beschichtungen, Präzisionsdichtungen und Formteilen für Bremse, Lenkung und Achsen konzentrieren, die in den übrigen drei Contitech-Gesellschaften gefertigt werden, hieß es dazu weiter.   (ows)

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