Vier Prozent mehr als zwei Jahre zuvor

Gewerkschaft: Mindestlohn sorgte für Arbeitsplätze im Kreis Northeim

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930 Menschen arbeiten im Kreis Northeim im Bereich von Gaststätten und Hotels. Das sind über fünf Prozent mehr als 2014.

Northeim. Der vor zwei Jahren eingeführte Mindestlohn hat dem Landkreis Northeim viele neue Arbeitsplätze gebracht. Das hat jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitgeteilt.

NGG-Geschäftsführer Manfred Tessmann: „Mitte 2016 waren im Kreis Northeim rund 43.900 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – knapp vier Prozent mehr als zwei Jahre zuvor, als es den gesetzlichen Mindestlohn noch nicht gab.“

Niemand spreche mehr vom „Schreckgespenst Mindestlohn“, so Tessmann in einer Pressemitteilung. Auch Arbeitgeber, die vorher von einem „Job-Killer“ und einer „Konjunktur-Bremse“ gewarnt hatten, seien in der Realität angekommen und kleinlaut geworden, so der NGG-Sprecher.

Gerade Hotels, Restaurants und Gaststätten im Landkreis Northeim hätten nach seinen Worten in der Mindestlohn-Phase mehr Personal eingestellt. In dem Gewerbe arbeiteten vor einem halben Jahr rund 930 Menschen mit einem sozialversicherungspflichtigen Job – ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zu 2014. Nach dem Anstieg des Mindestlohns zum Jahresbeginn von 8,50 auf 8,84 Euro ruft die Gewerkschaft alle Mindestlohn-Beschäftigten im Kreis Northeim auf, einen „Januar-Lohncheck“ zu machen. Tessmann: „Die Lohnabrechnungen sollten kontrolliert werden, am Ende müssen die geleisteten Stunden und das Geld passen.“ Der NGG-Geschäftsführer warnt vor „Lohn-Tricksereien durch die Hintertür“: „Es ist eine beliebte Chef-Masche, die Menschen länger arbeiten zu lassen, die Überstunden aber nicht zu bezahlen. Das ist illegal.“

Für Manfred Tessmann ist beim Mindestlohn aber noch „deutlich Luft nach oben“: Der NGG-GEschäftsführer spricht sich für eine schnell Anhebung aus: „Wir müssen auf zehn Euro pro Stunde kommen und dann irgendwann auf 11,50 Euro. Alles andere bedeutet später Altersarmut für die Betroffenen.“

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