Gnadenfrist für Grundschule Edesheim

Plädoyer für den Erhalt: Der Schulleiter der Grundschule am Sultmer, Friedrich Schönhütte, sprach sich für die Fortsetzung des Projektes Eingangsstufe aus. Foto: Niesen

Northeim. Das Totenglöcklein für die Grundschule in Edesheim hat noch nicht geläutet. Zunächst sollen sich noch die Northeimer Ratsfraktionen mit der Schließung befassen.

Das wurde in der Sitzung des städtischen Schulausschusses vor über 50 Zuhörern in der Northeimer Stadthalle deutlich.

Die Freie Unabhängige Liste (FUL) im Stadtrat stellte den Antrag, die Aufhebung der Edesheimer Grundschule zum Ende des Schuljahres 2014/15 auszusetzen. Rolf Traupe (Hohnstedt) begründete den Antrag damit, „dass das zukunftsweisende Konzept der Eingangsstufe als Bildungsqualitätsmerkmal fortgeführt werden den kann“.

Das Konzept, das erst mit Beginn des laufenden Schuljahres eingeführt wurde, sieht vor, dass Mädchen und Jungen in der Regel zwei Jahre lang die Eingangsstufe besuchen. Lernstarke Kinder können bereits nach einem Jahr in den dritten Schuljahrgang wechseln.

Kinder, die mehr Zeit zum Lernen benötigen, bleiben drei Jahre in der Eingangsstufe. Traupe: „Das für viele Kinder mit Schamgefühl behaftete „Sitzenbleiben“ entfällt so.“

Der Leiter der Sultmer-Schule, Friedrich Schönhütte, sagte, der jahrgangsübergreifende Unterricht bedeute die Zukunft. Die Landesschulbehörde habe deshalb das Projekt sofort genehmigt. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht, wenn die Schule in Edesheim aufgelöst wird.“

Edesheims Ortsbürgermeister Peter Mahrt (Wählergemeinschaft) forderte den Erhalt der Außenstelle und die Fortführung des Konzeptes. Außerdem warf er der Verwaltung vor, bereits Gespräche mit anderen Träger über eine Weiterverwendung des Schulgebäudes aufgenommen zu haben.

Schulausschussvorsitzende Reta Fromme (CDU) sagte, angesichts der sinkenden Schülerzahlen könne man nicht alles lassen wie es ist.

Derzeit wird die Schule von 38 Kindern besucht. In den beiden Jahren zuvor waren es jeweils 45. Damit unterschreitet die Schule in drei aufeinanderfolgenden Jahren die Sollzahl von 50. Die Prognosen für die kommenden Jahre liegen zwischen 36 und 41 Mädchen und Jungen.

Es könnten mehr sein, denn eigentlich war vorgesehen, dass Kinder aus Stöckheim und Hollenstedt die Grundschule in Edesheim besuchen. Doch die Eltern bevorzugen die Schule am Sultmer. Ausschussmitglied Hildegard Pavel (SPD) aus Hollenstedt verteidigte die Eltern aus den beiden Ortschaften. „Die Eltern haben sich für das Ganztagesangebot in der Stammschule entschieden. Diesen Elternwillen muss man akzeptieren.“

Eckhard Ilsemann (FDP) unterstützte den Traupe-Antrag und forderte eine zügige Beratung. (zhp)

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