Stadtarchivar präsentiert Fundstücke

Grabung zeigt: An der Mauer war die Müllhalde

Northeim. Dort, wo demnächst an den Northeimer Wallanlagen eine neue Krippe entstehen soll, haben in längst vergangenen Zeiten die Northeimer Bürger ihren Müll abgeladen.

Das ist eine von vielen Informationen über die Northeimer Stadtgeschichte, die die Besucher am Donnerstag vom Tag der offenen Grabung an den Northeimer Wallanlagen mit nach Hause nehmen konnten. Insgesamt waren 40 Gäste in zwei Gruppen der Einladung des Northeimer Stadtarchäologen Dr. Stefan Teuber gefolgt, der nicht nur über die freigelegten Fundamente der Stadtmauer, sondern auch über so manches Fundstück interessante Details berichtete.

„Wir graben dort, wo früher einmal der Müll gelagert wurde“, erklärte Teuber. „Aber historische Müllhalden sind für uns Archäologen wahre Fundgruben, die viel über das Leben der Menschen berichten.“

Zu den Fundstücken, die Teuber den Besuchern präsentierte, gehörten unter anderem ein Fingerhut, Scherben eines Bierglases, das Teuber als Reste eines sogenannten böhmischen Achtkants identifizieren konnte, und das Bruchstück einer Ofenkachel (Bild). Anhand der Figur, die darauf zu erkennen ist, lässt sich laut Teuber das Alter dieses Fundstücks genau bestimmen. „Aber dazu muss ich später erst noch ein paar Bücher wälzen.“

Darüber hinaus haben Teuber und sein Team zwei sogenannte Hohlpfennige gefunden, die früher in Northeim als Zahlungsmittel verwendet wurden. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass sie nur auf der einen Seite geprägt wurden und sich dabei verformten. „Den einen haben wir direkt bei der Grabung entdeckt, den zweiten erst als wir Waschtag hatten und unsere Funde gereinigt wurden“, fügt Teuber schmunzelnd hinzu.

Welchen archäologischen Wert diese beiden Funde haben, lässt sich daran ablesen, dass sich unter den insgesamt 17 030 Münzen des Höckelheimer Schatzes, der im Heimatmuseum der Stadt Northeim zu bewundern ist, nur ein einziger Northeimer Hohlpfennig befand.

Rubriklistenbild: © Mönkemeyer

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