Feuer in der Hindenburgstraße

Großbrand in Northeim: "Die Hitze war unerträglich"

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Northeim. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag steckt Wolfgang Lehr noch in den Knochen: Er war einer der ersten, die bei dem Feuer in einem Haus an der Hindenburgstraße geholfen haben.

Zusammen mit seinem Sohn Philipp und einem weiteren Nachbarn hatte er kurz nach Ausbruch des Brandes gegen 19.45 Uhr versucht, mit einem Feuerlöscher gegen die Flammen in der mittleren Wohnung des Hauses anzukämpfen. Doch ohne Erfolg. Vorher hatte der andere Nachbar die Bewohner aus dem Haus geklingelt, die dreiköpfige Familie im Dachgeschoss und die Hauseigentümerin, die im Erdgeschoss lebt.

Hitze und Qualm

Nur der Bewohner der mittleren Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, fehlte. "Also sind wir ins Haus gerannt, mein Sohn hat die Wohnungstür mit der Schulter aufgerammt. Doch da war alles voll mit dickem, schwarzen Qualm." Sohn Philipp habe den Feuerlöscher in Richtung Küche noch ausgeleert. "Die Hitze war aber unerträglich, als ob man sein Gesicht über einen Grill hält. Wir sind beide Taucher und können gut abschätzen wann das Risiko zu groß wird", schildert Wolfgang Lehr die Erlebnisse der Brandnacht.

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Inzwischen waren die Feuerwehren in der Hindenburgstraße eingetroffen. Mehr als eine Stunde habe es gedauert, so Lehr, bis die Einsatzkräfte den Leichnam des Mieters in der Küche entdeckten. Immer wieder sei das Feuer in der Wohnung ausgebrochen, was nach seiner Meinung daran liegen könnte, dass der verstorbene Mieter vermutlich tausende Bücher in den Räumen gelagert hatte.

Ersthelfer in der Nacht: Zusammen mit seinem Sohn Philipp und einem weiteren Nachbarn hatte Wolfgang Lehr versucht, das Feuer zu löschen. Doch ohne Erfolg.

Am Donnerstag ist es rund um das Brandhaus zwar ruhiger geworden, doch auf der Straße hat der Gaffertourismus eingesetzt: Minütlich fahren Autos vorbei, bremsen ab, die Fahrer gucken sich das betroffene Haus an und fahren weiter. Währenddessen werden von Mitarbeitern einer Firma unbeschädigte Möbel und Habseligkeiten der Bewohner in Plastiksäcken ins Freie gebracht. Wann die Wohnungen wieder genutzt werden können, ist noch unklar.

Toter bei Großbrand in Northeim

Archivvideo vom Brand:

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