Weniger Parkplätze könnten eine Lösung sein

Krach um Lärm: Stadt und Investoren streiten um Bebauungsplan

Baustellenbrache: Ohne Baugenehmigung durfte bisher nur der Mutterboden abgeschoben werden. Foto:  Weiss

Northeim. Die Stadtverwaltung hat begründet, wieso eine Befreiung von den Vorgaben des B-Plans für den Bau des Ärztehauses am Sultmer aus unmöglich sei.

Lärm im Zusammenhang mit einem Ärztehaus entsteht vor allem durch den Verkehr der an- und abfahrenden Patienten. Nach Tannhäusers und den Worten von Stadtbaurätin Tanja Mehls könnte der notwendige Lärmschutz für die Klinik

• durch eine Veränderung der geplanten Gebäudeform,

• eine veränderte Position des Gebäudes auf dem Grundstück und

• eine Reduzierung der Zahl der Parkplätze (104 sind geplant) erreicht werden.

Bei der Lockerung der Auflagen des Bebauungsplans für den Bau des Gesundheitsforums geht es nach den Worten von Wolfram Schmidt darum, statt des Grenzwertes von 35 dB(A) für den Lärm 51 dB(A) anzunehmen. Ein solche Lärmbelastung liege zehn dB(A) unter der für das Krankenhaus als zulässig erachteten Belastung und sei damit als zusätzlicher Lärm neben der vorhandenen Grundbelastung durch Bundesstraße 3, Eisenbahnlinie und Autobahn unhörbar.

Doch das kommt für die Stadt aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht infrage. Zum einen wäre eine solche Befreiung juristisch anfechtbar, weil sie die Grundzüge des Bebauungsplans beeinflusst, erläutert Rechtsamtsleiter Heinz-Dieter Wieprecht.

Außerdem, so ergänzt Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser, müsse die Stadt auch an die übrigen Grundstücke denken, die dort noch bebaut werden sollen.

Plangebiet: Unterhalb des Helios-Krankenhauses sollen gesundheitsnahe Dienstleistungen angesiedelt werden.

Es könne nicht sein, dass quasi der gesamte zusätzliche Lärm, der in der Nachbarschaft des Krankenhauses noch möglich sei, allein vom Gesundheitsforum beansprucht werde und auf den Flächen nebenan dann keinerlei Lärm mehr zulässig sei.

Tannhäuser verweist darauf, dass der Entwurf des im vergangenen September beschlossenen Bebauungsplans seit Februar 2014 öffentlich ausgelegen habe. Die Planer der Gesundheitsforums-GbR (= Gesellschaft bürgerlichen Rechts) hätten seitdem die Vorgaben gekannt, sie aber nicht berücksichtigt.

„Das höre ich zum ersten Mal“, sagt dazu Wolfram Schmidt, einer der vier Investoren. Bisher sei immer davon die Rede gewesen, dass der Parkplatz umgeplant werden solle. Eine Umplanung des Gebäudes sei sehr wohl mit hohem Aufwand verbunden. Das bestärke ihn nur darin, dass das Projekt keine Zukunft habe.

Helios-Parkplatz 

Für eine Befreiung von den Lärmschutzauflagen interessiert sich auch Helios. Der Krankenhaus-Konzern will neben dem Grundstück für das Ärztehaus einen Parkplatz für seine Mitarbeiter bauen, für den die gleichen Lärmschutzregeln gelten wie für das Gesundheitsforum.

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