Erstes Netzwerktreffen

Gründer im Landkreis Northeim brauchen noch viel Hilfe

+
Organisatoren des Treffens und die Gründer: (vorne sitzend von links) Christiane Teerling (Mühlengut Voldagsen) sowie Navid Niyameimandi und Nevena Lazic (beide Berwork Powerfood) berichteten von ihren Erfahrungen. (Hinten von links) Christian Grascha, Philip Mertes, Sergei Bojew, Frank Hilmer, Joachim Grube, Stefan Wolfgang und Holger Mißling vertraten bei dem Treffen den Südniedersachsen-Innovationscampus, Startup Göttingen und das Gründernetzwerks der Region Northeim.

Northeim. 30 Startup-Unternehmen sind bei einem Meetup in Northeim zusammengekommen. Was Neudeutsch hochtrabend klingt, war nichts anderes als ein Treffen (Meetup) von jungen Unternehmen (Startups) zum Erfahrungsaustausch.

„Wir sind eine Mischung aus Informationsveranstaltung und Selbsthilfegruppe“, fasste Philip Mertes (Vorstand von Startup Göttingen) den Zweck der Veranstaltung humorvoll zusammen. Organisiert worden war das Treffen vom Südniedersachsen-Innovations-Campus (SNIC), dem Gründernetzwerk der Region Northeim und Co-Working-Space in Einbeck, einem Einbecker Unternehmen, das – unterstützt vom Einbeck Marketing – jungen Unternehmen kurzzeitig die Nutzung von Räumen und Bürotechnik bietet.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorstellung von zwei jungen Unternehmen und den Erfahrungen ihrer Gründer beim Weg in die Selbstständigkeit:

Mühlengut Voldagsen

„Deutschland ist noch immer eher ein Verwaltungs- als ein Gründerland“, monierte Christiane Teerling des 2014 gegründeten Mühlenguts Voldagsen: „Wer als Unternehmer versucht, seine Idee zu verwirklichen, stößt auf viele Hürden“. Wichtiger sei, die richtigen Kontakte zu haben und auf die Erfahrungen anderer Gründer zurückzugreifen.

Das Mühlengut ist ein Familienbetrieb. Neben Christiane Teerling und ihrem Mann Jan sind die beiden jugendlichen Söhne eingebunden. Auf der dazugehörigen Wildfarm im Bergpark Bad Gandersheim leben auf 20 Hektar öko-zertifiziertes Rot-, Dam- und Muffelwild sowie Heckrinder. Sie bilden die Grundlage für das Angebot des Unternehmens.

„Deutschland ist noch immer eher ein Verwaltungs- als ein Gründerland.“

Christiane Teerling

Das umfasst neben Wildführungen, Veranstaltungen, Eventcaterings und Camping-Möglichkeiten auch die Verarbeitung und den Vertrieb von Wildfleisch. Geschlachtet werden die Tiere direkt im hauseigenen, EU-zertifizierten Wildverarbeitungs- und Zerlegebetrieb. Der Verkauf findet unter anderem im Hofladen sowie online statt. „So haben wir von der Aufzucht der Tiere bis hin zur Verarbeitung und Vermarktung der Fleischprodukte alles unter Kontrolle“, betonte Teerling.

Berwork Powerfood

Hochwertiges Fleisch bildet auch die Grundlage des Unternehmens Berwork Powerfood, das Navid Niyameimandi und Nevena Lazic im Herbst 2017 gegründet haben. Die beiden Northeimer vertreiben Mini-Salamis. Ihr Verkaufsargument: ein hoher Eiweiß-Anteil, geringer Fettgehalt und keinerlei Zusatzstoffe. In einem halben Jahr haben sie es geschafft, ihr Produkt bundesweit in Regalen von Fitnessstudios und Supermärkten zu positionieren. Zudem vertreiben sie die Würste online.

Bislang ist das Konzept aufgegangen. „Aber wir kämpfen jeden Tag mit neuen Herausforderungen“, sagt Lazic. Dabei können die Jung-Unternehmer auf breite Unterstützung zählen: „Von der Kreis-Sparkasse Northeim über die Agentur für Arbeit bis hin zur Wirtschaftsförderung des Landkreises Northeim haben wir in der Region viel Hilfe erfahren“, betonen die Gründer.

Demnächst starten sie eine Crowdfunding-Kampagne, bei der sie vom Berater des SNIC, Dennis Brüntje unterstützt werden. Crowdfunding lässt sich als Schwarmfinanzierung aus dem Englischen übersetzen. Es bedeutet, dass viele Geldgeber mit relativ geringen Summen in etwas investieren. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.