Wettbewerb für Klimaschutz: Bauausschuss spricht sich für FDP-Vorschlag aus

Grüne Dächer in neuen Northeimer Baugebieten

Blick in ein Neubaugebiet mit Kran, Baufahrzeugen und Häusern, teilweise im Rohbau.
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Im ersten Bauabschnitt des Neubaugebietes am Wieter gibt es noch keine Pflicht, Dachflächen von Nebengebäuden zu begrünen. Ein Wettbewerb soll aber auch die dortigen Bauherren motivieren, mitzumachen.

Bauherrn sollen künftig die Flachdächer von Garagen und Carports begrünen

Northeim – Grüne Dächer sind nicht nur ein Hingucker und gut für die Umwelt, sondern könnten unter Umständen demnächst den Eigentümern bis zu 3000 Euro Preisgeld einbringen. Das sieht ein Antrag der FDP-Ratsfraktion vor, für den sich der Northeimer Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen hat.

Demnach soll ab sofort in allen neuen Wohnbebauungsplänen vorgeschrieben werden, dass Dächer von Nebengebäuden wie Garagen, Carports oder Abstellräumen als Gründächer gestaltet werden müssen. Diese Regelung soll bereits für den zweiten Bauabschnitt des Neubaugebiets am südlichen Wieter gelten. Um aber auch Eigentümer von Häusern in anderen Wohngebieten zu motivieren, über die Begrünung von Dächern nachzudenken, wird die Stadt Northeim ab 2022 einmal pro Jahr einen Gründachwettbewerb veranstalten, bei dem die drei Erstplatzierten Prämien von 3000, 2000 und 1000 Euro erhalten. Die Plätze 4 bis 20 sollen außerdem mit jeweils 500 Euro bedacht werden.

Ziel des Ganzen sei es, das Stadtklima nachhaltig positiv zu beeinflussen, erklärte FDP-Fraktions-Chef Eckhard Ilsemann, der in der Sitzung den Vorschlag der Verwaltung zurückwies, die Höhe der Preisgelder noch einmal zu überdenken. Das vorgeschlagene Preisgeld sei üppig bemessen, da eine extensive Dachbegrünung lediglich Kosten von 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter verursache, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage. Die Verwaltung verweist dazu auf einen Gründachwettbewerb in der Stadt Dresden hin, bei dem es im Jahr 2019 26 Teilnehmer und Prämien von 500, 250 beziehungsweise 150 Euro nur für die ersten drei Plätze gab.

„Wenn wir möchten, dass das das Ganze ein Erfolg wird und sich möglichst viele Hauseigentümer aus dem gesamten Stadtgebiet an dem Wettbewerb beteiligen, muss sich das schon lohnen“, bekräftigte Ilsemann und verweist auf den Fassadenwettbewerb, der vor einigen Jahren in Northeim stattgefunden habe und bei dem man mit entsprechenden Prämien eine gute Beteiligung erzielt habe. Über die Preisvergabe soll nach dem Vorschlag der FDP eine Jury entscheiden, der jeweils ein Mitglied aller Fraktionen und Beiräte sowie der Northeimer Bürgermeister, der Leiter des Bauamtes und die Klimaschutzbeauftragte angehören sollen.

Für Aufstellung des Bebauungsplans 126 „Am Martinsgraben“ hat die Verwaltung den Vorschlag der FDP bereits detailliert berücksichtigt. Demnach soll im zweiten Bauabschnitt auf Flachdächern von Garagen und Carports mit einer Neigung von weniger als 12 Grad eine extensive Dachbegrünung aus niederwüchsigen Stauden und Gräsern vorgeschrieben werden, wobei der Aufbau der Dachbegrünung mindestens 10 Zentimeter betragen muss und schadstofffreies zertifiziertes Substrat verwendet werden muss. Eine Kombination mit Solaranlagen soll zulässig sein.

Als weitere klimaschonende Maßnahme sollen im gesamten Plangebiet die Dachflächen der Hauptgebäude zu mindestens 20 Prozent mit Solaranlagen versehen werden.

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