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Northeimer Rat gibt grünes Licht für „neuen“ Münsterplatz

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Von: Kathrin Plikat

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So soll der neugestaltete Northeimer Münsterplatz laut Planung aussehen. Die jetzige Rasenfläche soll komplett weichen. Entwurf: Planungsbüro TGP
So soll der neugestaltete Northeimer Münsterplatz laut Planung aussehen. Die jetzige Rasenfläche soll komplett weichen. © Entwurf: Planungsbüro TGP

Der Northeimer Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht für die groß angelegte Umgestaltung des Münsterplatzes gegeben.

Northeim - Mit Stimmenmehrheit wurde damit die rund 4,5 Millionen Euro teure Planung des Lübecker Büros Trüper, Gondesen & Partner (HNA berichtete) auf den Weg gebracht.

Gleich zu Beginn der Diskussion hatte Berthold Ernst (SPD) noch vergeblich versucht, seine Ratskollegen davon zu überzeugen, sich nicht für das bisher von der Mehrheit befürwortete teure Natursteinpflaster zu entscheiden, sondern für das um 800 000 Euro günstigere Betonstein-Pflaster.

Abgesehen von den Kostengründen hatte Ernst daran erinnert, dass mit der Detailentscheidung zur Pflasterung nicht nur über die Oberfläche des Münsterplatzes bis zur Ecke Kurze Straße entschieden werde, sondern faktisch irgendwann auch für die Pflasterung der gesamten Fußgängerzone.

Grundsätzlich begrüßten er und die SPD-Fraktion die Umgestaltung des Münsterplatzes als ein tolles Projekt, das mit Sicherheit zur Belebung der Innenstadt beitragen werde. „Aber wir dürfen das Kostenniveau nicht aus den Augen verlieren.“ Auch müsse davon ausgegangen werden, dass es bei den geplanten Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro angesichts der Kostensteigerung im Baubereich nicht bleibe.

FDP-Ratsherr Eckhard Ilsemann hielt im Anschluss dagegen, dass bei einer solch hohen Investition nicht an der falschen Ecke gespart werden dürfe. Der Münsterplatz würde bei der Pflasterung mit Naturstein „leben“, da jeder Stein anders aussehe. Bei Betonsteinen sehe nach seinen Worten jeder Stein gleich aus. Zudem sei Naturstein viel haltbarer als Beton.

„Der Platz muss so gepflastert werden, wie es der Innenstadtausschuss empfohlen hat, nämlich mit Naturstein“, so Ilsemann.

Auch Alexandra Sieder (CDU) begründete noch einmal das Votum ihrer Fraktion für das teure Natursteinpflaster: Das Ziel sei, eine hohe Aufenthaltsqualität am Münster zu schaffen: „Wir haben hier die einmalige Chance, unseren Münsterplatz zu einem Schmuckkästchen zu machen“, so Sieder. Der Naturstein passe am besten zur historischen Bebauung, zudem müsse Betonpflaster nach rund 40 Jahre erneuert werden.

Marcus Krohn (Grüne) konnte mit seinem Kompromissvorschlag, einen „dritten Weg“ zu nehmen und nur den Münsterplatz mit Naturstein und den Straßenbereich mit Beton zu pflastern, ebenfalls nicht überzeugen.

Bei der Abstimmung über die Einzelmaßnahmen wie Wasserspielen und Beleuchtung votierten die Ratsmitglieder dann auch mit großer Mehrheit für die Planung – bei der Pflasterung herrschte nicht ganz so große Einigkeit: Mit 17 Ja-, acht Neinstimmen und fünf Enthaltungen fiel dann aber doch die Entscheidung für die teure Natursteinvariante.

Zum Hintergrund: Die Umgestaltung des Münsterplatzes wird mit Geld aus dem Stadtsanierungsprogramm gefördert – mindestens mit 66 Prozent. Im Rathaus hofft man auf 75 bis 80 Prozent, sodass die Stadt nur bis zu einem Viertel der Kosten selbst tragen müsste. (kat)

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