Küster bleiben oft viele Jahrzehnte in ihren Ämtern

„Gute Seelen“ sind schwer zu finden

Northeim. Im Landkreis Northeim sorgen Küster überall dafür, dass das kirchliche Leben funktioniert. Wenn die Küster ausscheiden, sind diese Lücken oftmals schlecht zu füllen.

Sie gelten als „Gute Seelen der Gemeinde“, machen meist viel mehr, als sie vertraglich müssen und sind aus dem kirchlichen Leben kaum wegzudenken: Das sind die Küster, die sich oft jahrzehntelang in den Dienst der Allgemeinheit stellen und bis ins hohe Alter dafür sorgen, dass im Gotteshaus und drumherum alles einwandfrei funktioniert.

Wenn Küster aus dem Amt scheiden, sind diese Lücken oft nur schwer zu schließen, denn der Nachwuchs steht nicht unbedingt wartend vor der Kirchentür. „Hin und wieder ist das Heulen groß, wenn jemand geht, aber es gibt durchaus Nachwuchs für diese Ämter“, erläutert die stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises Leine-Solling, die Gillersheimer Pastorin Johanna Hesse. Allerdings ließen sich diese Lücken oft nicht übergangslos schließen.

Das Altersspektrum der Küster ist hoch. In den nach der Fusion der Kirchenkreise Einbeck, Northeim und Uslar zum Kirchenkreis Leine-Solling von ehemals 100 auf die Hälfte geschrumpften Kirchen- und Kapellengemeinden sind aktuell 85 Küster beschäftigt. 68 von ihnen sind über 50 Jahre alt. Der älteste ist bereits 89 Jahre alt, der jüngste zählt gerade mal 17 Jahre. Spitzenreiter ist ein Küster, der bereits seit 41 Jahren im Amt ist. Ein Kandidat hatte es lediglich eine Woche ausgehalten.

Je nach Aufwand und Größe der Kirchengemeinde sind die Küster wöchentlich zwischen 30 Minuten und 33 Stunden beschäftigt und werden tariflich bezahlt, erläutert Peter Slawik vom Kirchenkreisamt. „Die meisten von ihnen“, so ergänzt Slawik, „machen regelmäßig weitaus mehr, als sie bezahlt bekommen.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf die Kirchenmusiker. Von ihnen gibt es im Kirchenkreis 40, von denen nur acht jünger als 50 sind. Der jüngste ist 21 Jahre alt, der älteste bereits 84 Jahre. Am längsten an der Kirchenorgel sitzt jemand seit 56 Jahren. (ajo)

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