Unzählige Daten im Internet veröffentlicht

Hackerangriff trifft auch Politiker in Südniedersachsen

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Mit diesem Tweet kündigte der mutmaßliche Täter die Veröffentlichung privater Daten an.

Unzählige Daten von Politikern, Journalisten, Moderatoren und Prominenten sind im Internet veröffentlicht worden. Davon betroffen sind auch Politiker aus Südniedersachsen.

Aktualisiert um 14.41 Uhr: Das geht aus Unterlagen hervor, die der HNA vorliegen.

Aus dem Kreis Northeim betroffen sind Bundestagsabgeordneter Dr. Roy Kühne (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt und Uwe Schwarz (jeweils SPD). Christian Grascha (FDP) ist von dem Angriff ebenso wenig betroffen wie die gesamte Bundes-AfD, unter anderem um den Northeimer Jens Kestner.

Im Nachbarkreis Göttingen gibt es ein ähnliches Bild. Auch von den Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU), Jürgen Trittin (Grüne) und Thomas Oppermann (SDP) sind Daten in den entsprechenden Verzeichnissen aufgetaucht.

Bei den veröffentlichten Daten, der Politiker aus Südniedersachsen die über das soziale Netzwerk Twitter verbreitet worden sind, handelt es sich teils um private Handynummern und Adressen, private sowie dienstliche E-Mail-Adressen sowie Festnetz-Handynummern. Im Fall von Jürgen Trittin ist offenbar auch ein privates Dokument veröffentlicht worden.

Für die niedersächsische Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt hinterlässt der mutmaßliche Hackerangriff ein Gefühl der Unsicherheit. Zwar seien bei ihr „nur Daten veröffentlicht worden, die man so auch auf meiner Visitenkarte findet“, allerdings müsse jetzt schnellstmöglich rausgefunden werden, woher die Daten kommen und wie sie ins Internet gelangt sind. „Wenn man Daten an Organisatoren wie die Partei oder das Parlament gibt, müssen diese auch entsprechend geschützt werden“, sagte Heiligenstadt der HNA.

Bundestagsabgeordneter Dr. Roy Kühne fordert eine schnelle und umfassende Aufklärung der Vorgänge, warnt aber davor, voreilige Schlüsse über Täter und Hintergründe zu ziehen. „Wir brauchen von der Wirtschaft sichere Systeme“, betont Kühne gerade auch im Hinblick auf andere Bereiche wie künftig der digitalen Gesundheitskarte. „Die Frage ist: Was können wir tun, um unsere Daten sicherer zu machen?“ Diese Frage müsse dringend geklärt werden.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) prüft den Fall „derzeit in enger Abstimmung mit weiteren Bundesbehörden intensiv“, heißt es vom BSI auf Twitter. Wer der Veröffentlicher in Person ist, das ist bislang noch unbekannt. Laut entsprechendem Twitter-Profil stammt die Person aus Hamburg. Betroffen von den Hackerangriff sind unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Daten waren auf Twitter als eine Art Adventskalender veröffentlicht worden.

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