Gewerbeaufsichtsamt weist Vorwürfe zurück

BUND: Halden am Naturschutzgebiet bei Northeim bergen Schadstoffe

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Am Weißen Budenweg: Rechts ist die Halde zu erkennen. Nicht nur, dass sie im Naturschutzgebiet aufgeschüttet werden konnte, stößt beim BUND auf deutliche Kritik.

Northeim. In unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Asphaltwerks am Weißen Budenweg ist eine illegale Abfallhalde entstanden. Diesen Vorwurf erhebt der BUND-Kreisverband Northeim.

Er wirft den Behörden, insbesondere dem Gewerbeaufsichtsamt (GA) in Göttingen, vor, mit der Genehmigung der Lagerstätte im Naturschutzgebiet geltendes Natur- und Wasserschutzrecht missachtet zu haben.

Der BUND macht sich dabei die Kritik eines Umweltberatungsbüros aus Hamburg zu eigen. Dieses kritisiert sowohl, dass dort unter anderem sogenannte Asphaltschollen, also Stücke alter Fahrbahnen gelagert würden, als auch dass die Lagerfläche nicht durch eine Betonplatte versiegelt sei. Die Höhe der dort aufgeschütteten Halden, die nur durch die Bahnlinie vom Asphaltwerk getrennt sind, ist dem Beratungsbüro ebenfalls ein Dorn im Auge.

Es befürchtet Schadstoffbelastungen des Bodens und der benachbarten Kiesseen, von denen einer auch für die Fischzucht genutzt werde. Schadstoffe, darunter Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die krebserregend sind, könnten als Staub durch den Wind ins Naturschutzgebiet geweht werden, aber auch durch Regen aus den Halden gewaschen in den Boden und damit ins Grundwasser geraten, heißt es in einem Brief des Umweltbüros an den BUND-Kreisverband.

Auf Anfrage der HNA kündigte die Leiterin des GA, Dagmar Schomaker, an, ihre Behörde werde die Lagerstätte noch einmal in Augenschein nehmen. Vergangene Überprüfungen hätten allerdings keinen Grund für Beanstandungen ergeben.

„Im Moment haben wir keine Anhaltspunkte, dass dort etwas Illegales passiert“, sagte sie. Den Vorwurf einer illegalen Genehmigung wies sie ebenso zurück. Der Lagerplatz, der nicht vom Betreiber des neu errichteten Asphaltwerkes betrieben werde, besteht nach Schomakers Worten seit den 1950er-Jahren. Er sei auch nach Naturschutzrecht genehmigt.

Für den Betrieb innerhalb des Naturschutzgebiets Northeimer Seenplatte seien entsprechende Befreiungen erteilt worden, betonte die GA-Chefin im Gespräch mit der HNA. Die seit langem bestehende Genehmigung des Platzes schließe auch die Lagerung von Asphalt-Fräsgut ein. 

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