Handy am Steuer bleibt ein Problem

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Northeim. Die Verschärfung der Strafe für Handy-Nutzung im Auto ohne Freisprechanlage hat kaum etwas gebracht.

Das ist das Fazit der Polizei ein halbes Jahr nach Anhebung des Bußgelds von 40 auf 60 Euro. Außerdem bekommen die Erwischten einen Punkt in der Verkehrssünderkartei.

Laut einer Umfrage der Kfz-Direktversicherer DA Direkt nutzen immer noch mehr als 30 Prozent der Autofahrer in Deutschland während der Fahrt ihr Handy.

„Alle, die das tun, setzen sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer einem erheblichen Risiko aus“, sagt Peter Schliep, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Northeim. „Wir haben im vorigen Jahr allein 300 Fälle zur Anzeige gebracht, das entspricht der Zahl der Vorjahre“, fährt er fort. Die Dunkelziffer sei jedoch wesentlich höher.

Immer wieder berichteten Verkehrsteilnehmer von Situationen, bei denen Fahrer durch Telefonieren erheblich abgelenkt sind. Das Abkommen von der eigenen Spur mit Gefährdung des Gegenverkehrs bis hin zur Missachtung von Vorfahrtsregelungen seien nur einige Beispiele.

Grundsätzlich gilt: Wer bei laufendem Motor mit Handy am Ohr telefoniert, wer Mails schreibt, im Internet surft oder Nachrichten liest, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dabei reicht es, das Handy kurz in der Hand zu halten, sagt Schliep.

Die Verkehrswacht empfiehlt Autofahrern, das Handy während der Fahrt aus- oder in den Flugmodus zu schalten. Handys, die als Navigationsgeräte genutzt werden, sollten vor Fahrtbeginn programmiert werden. Werden sie während der Fahrt in die Hand genommen und bedient, gilt dies ebenfalls als Verstoß. Am besten sei es, an geeigneter Stelle rechts ran zu fahren und bei abgeschaltetem Motor zu telefonieren.

„Die Ablenkung durchs Handy ist enorm“, bekräftigt Schliep. Das gelte selbst bei Nutzung mit Freisprecheinrichtung. „Wir werden das Thema weiter intensiv verfolgen und kontrolliern.“ (goe)

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