Jobcenter spricht von erfolgreichem Jahr 2014

Hartz-IV-Bezug im Landkreis Northeim nimmt ab

Antrag auf Arbeitslosengeld: Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, bekommt das so genannte Arbeitslosengeld II nach der Hartz-IV-Gesetzgebung. Seit 2014 werden die Anträge auch elektronisch bearbeitet. Foto: dpa

Northeim. Die gute Auftragslage der Betriebe im Landkreis Northeim im vorigen Jahr hat sich auch positiv auf die Zahl der Langzeitarbeitslosen ausgewirkt.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die Leistungen nach der Hartz-IV-Gesetzgebung beziehen und vom Jobcenter im Landkreis Northeim betreut werden ist gesunken. Das gab das Jobcenter in einer Bilanz über das Jahr 2014 bekannt.

Geschäftsführer Klaus Michael Schulze spricht in seiner Bilanz für das Jobcenter im Landkreis denn auch von einem erfolgreichen Jahr 2014. Die zu Jahresbeginn mit der Arbeitsagenturzentrale in Nürnberg vereinbarten Ziele in Sachen Vermittlung und Vermeidung von Langzeitbezug seien übertroffen worden.

So sei die Zahl der Langzeitbezieher - das sind die Personen, die innerhalb von zwei Jahren mindestens 21 Monate Arbeitslosengeld II nach der Hartz-IV-Regelung beziehen - kreisweit um über zwei Prozent zurückgegangen. Waren 2013 im Jahresdurchschnitt 4720 Langzeitbezieher gemeldet, so waren es im vorigen Jahr nur noch 4638.

Auch die Gesamtzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hat sich im vorigen Jahr von 7100 im Jahresdurchschnitt auf 6940 Personen reduziert. Darin enthalten sind neben den Arbeitslosengeld-II-Beziehern auch Menschen, die sich zum Beispiel in arbeitspolitischen Maßnahmen befinden oder aus Krankheitsgründen nicht arbeiten können.

Die Ziele, die dem Jobcenter im Kreis Northeim zu Jahresbeginn gesetzt wurden, sind nach Schulzes Worten alle erreicht worden. Die Vorgabe von 1747 Eingliederungen in Arbeit, Ausbildung oder Selbstständigkeit sei mit 1761 leicht übertroffen worden.

Allerdings sei bei den Vermittlungen gegenüber 2013 ein Rückgang zu verzeichnen. Damals wurden noch 1828 Vermittlungen registriert. Schulze: „Hieran lässt sich erkennen, dass sich die Dynamik etwas verlangsamt hat.“ Ansatzweise sei dies auch dadurch zu erklären, dass die besser ausgebildeten Kräfte inzwischen in Arbeit und die verbliebenen schwerer zu vermitteln seien.

„Das Risiko, in die Langzeitarbeitslosigkeit zu fallen und zu bleiben, sei für Ungelernte ungleich höher als zum Beispiel für Facharbeiter, fährt der Geschäftsführer fort. Deutlich werde dies beim Vergleich des Angebots mit der Nachfrage nach Arbeitskräften. Während 60 Prozent der betreuten Jobcenter-Kunden nicht über einen Berufsabschluss verfügen, liege das Jobangebot für diesen Personenkreis nur bei 20 Prozent.

Schulze: „Insofern ist klar, dass wie in den Vorjahren auch in 2015 ein Schwerpunkt unserer Arbeit darin liegen wird, jüngere und geeignete Leistungsbezieher zum Ab-schluss einer Ausbildung oder Umschulung zu motivieren.“

Für Eingliederungsleistungen, wie Aktivierungs- und Qualifizierungskurse oder Arbeitsplatzförderungen werden laut Schulze in diesem Jahr 3,8 Millionen Euro für den Landkreis Northeim bereitstehen. Im Vorjahr waren es vier Millionen Euro. (goe)

Von Axel Gödecke

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