Heizstrahler als Corona-Helfer

Gastronomie will die Freiluftsaison verlängern

Martin Jahre, Inhaber des Wirtshauses St. Blasien reguliert einen seiner Heizpilze.
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Die Wärme strahlt rot: Martin Jahre, Inhaber des Wirtshauses St. Blasien reguliert einen seiner Heizpilze.

Sie schaden der Umwelt, können aber Gastronomen in der Corona-Krise eine Hilfe sein, die Außensaison zu verlängern: Die guten alten, mit Gas betriebenen Heizpilze. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat kürzlich gefordert, die in etlichen Kommunen im öffentlichen Raum verbotenen Pilze übergangsweise wieder zuzulassen.

Northeim – In den größeren Städten des Kreises dürfte das kein Problem sein, denn weder Northeim und Einbeck noch Uslar haben die alten Gaswärmepilze bisher explizit verboten. Zuständig für die Zulassung solcher Wärmequellen in der Außengastronomie sind die Kommunen.

Renate Mitulla, Northeimer Dehoga-Kreisgeschäftsführerin

„Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust,“ führt die Geschäftsführerin des Dehoga-Kreisverbands Northeim, Renate Mitulla aus. Natürlich wolle man auch etwas für den Klimaschutz tun, doch „alles, was hilft, um der durch Corona gebeutelten Gastronomie wieder in die Gewinnzone zu bringen, ist jetzt erst mal gut.“ Ein Großteil des Umsatzes spiele sich draußen ab und viele Gastronomen hätten eben die Heizpilze noch im Lager.

Mitulla hofft zudem darauf, dass es das geplante Investitionsförderprogramm speziell für die Gastronomie im Oktober verabschiedet wird. Damit könnten klimafreundlichere Wärmespender und auch für drinnen Lauftaustauschgeräte angeschafft werden. Die Stadt Northeim weist darauf hin, dass der Betrieb von Gas-Heizpilzen im öffentlichen Raum in Northeim nicht verboten sei, aber trotzdem aus Klimaschutzgründen versucht werden sollte, elektrische Varianten, die vorzugsweise mit Ökostrom betrieben werden, einzusetzen.

Anders sieht es die Stadt Uslar. Auch sie betont, dass es keine Satzung gibt, die eine Gasbefeuerung verbietet. Bürgermeister Torsten Bauer befürwortet sogar explizit, die Geräte auch einzusetzen, wenn es den Gastronomen helfe, in diesen Corona-Zeiten mehr Umsatz zu erzielen.

Einbecks Bürgermeisterin Sabine Michalek plädiert dafür, Heizpilze zumindest so lange zu nutzen, bis sich die Situation normalisiert hat und der Gaststättenbetrieb auch in geschlossenen Räumen wieder uneingeschränkt möglich ist. Foto: Dehoga Niedersachsen. Axel Gödecke

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