Helfende Studenten wohnen günstiger

Ehrenamtlich engagiert: Brigitte Tuntsch aus Northeim sortiert die Bewerbungen und bringt Studenten und Vermieter, die aufgrund ihrer Angaben harmonieren könnten, zusammen. Foto: Schaffner

Northeim. Göttinger Verein vermittelt verstärkt im Landkreis Northeim zwischen wohnungssuchenden Studenten und Vermietern

Bevor an der Uni Göttingen das Wintersemester beginnt, suchen viele Studenten eine Bleibe. Da freie Zimmer knapp sind, vermittelt der Verein Freie Altenarbeit Göttingen mittlerweile Studenten auch an Menschen aus dem Landkreis Northeim, die Platz in ihrem Haus haben – und sich anstatt der vollen Miete lieber Hilfe im Haushalt wünschen.

Das Prinzip „Wohnen für Hilfe“ ist denkbar einfach: Studenten und Vermieter füllen Bewerbungsbögen aus und geben diese beim Studentenwerk der Uni oder dem Verein ab. Studenten kreuzen an, was genau sie suchen und welche Art von Hilfe sie leisten möchten. Vermieter tragen ein, was sie anbieten und welche Art von Unterstützung sie dafür wünschen.

Hilfe verringert die Miete

Die Bögen landen dann unter anderem bei Brigitte Tuntsch aus Northeim. Die 74-Jährige ist ausgebildete Wohnberaterin und sichtet für den gemeinnützigen Verein die Bewerbungen. „Für die, die aufgrund ihrer Angaben zusammenpassen, organisiere ich ein Kennenlerntreffen“, sagt die Ehrenamtliche. Oft sei es so, dass sich beide Parteien sofort sympathisch sind und gleich einen Mietvertrag unterschreiben. Je nachdem, wie groß die Hilfe ausfällt, verringere sich die Miete.

„Wir achten darauf, dass der Arbeitsaufwand in einem angemessenen Verhältnis zur Wohnung steht“, sagt Tuntsch. Als Faustregel gilt: „Für jeden Quadratmeter Wohnraum wird eine Stunde pro Monat gearbeitet.“

Manche Vermieter würden nur jemanden suchen, der mit dem Hund Gassi geht, die Enkel betreut oder zur Unterhaltung Klavier spielt. Andere wünschten sich Studenten, die sie tatkräftig im Haushalt oder bei der Gartenarbeit unterstützen. „Ausgeschlossen sind allerdings Pflegetätigkeiten“, betont Tuntsch, „das sollten die Profis machen.“

„Wohnen für Hilfe“ gibt es bundesweit bereits an 32 Hochschulstandorten. Das Studentenwerk und der Verein Freie Altenarbeit haben das Wohnprojekt in Göttingen im Herbst ins Leben gerufen. „Bisher haben wir ein Dutzend Wohnpartnerschaften erfolgreich vermittelt“, sagt Tuntsch.

Studenten wohnen in Nörten

Darunter auch zwei im Süden des Landkreises Northeim, der wegen der guten Zugverbindung und ausgebauten Radwege für Göttinger Studenten immer interessanter werde. „Eine Studentin wohnt in Nörten-Hardenberg, eine andere in Angerstein“, sagt Tuntsch.

Sie hofft, dass zum neuen Wintersemester noch mehr Menschen – auch aus dem Landkreis Northeim – ihre freien Zimmer hilfsbereiten Studenten zur Verfügung stellen. „Es wäre einfach zu schade, wenn freier Wohnraum ungenutzt bleibt“, sagt sie.

Mehr Infos beim Verein Freie Altenarbeit Göttingen: Brigitte Tuntsch, Tel. 05 51 / 4 36 06, E-Mail: mwbsn@t-online.de

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