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Protesttag der Menschen mit Behinderungen: Aktionen zeigten Wirkung

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Von: Niko Mönkemeyer

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Im Rollstuhl unterwegs: Die beiden Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt (links) und Karoline Otte erlebten am eigenen Leib, was es heißt in einem Rollstuhl gefesselt in Northeim unterwegs zu sein.
Im Rollstuhl unterwegs: Die beiden Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt (links) und Karoline Otte erlebten am eigenen Leib, was es heißt in einem Rollstuhl gefesselt in Northeim unterwegs zu sein. © KIRA ROYECK/PRO INKLUSION/NH

Möglichst viele politische Entscheidungsträger sollten Selbsterfahrungen hinsichtlich der Probleme für Menschen mit Behinderungen machen. Zu diesem Ergebnis kommen die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Aktion, bei der anlässlich des Protesttages der Menschen mit Behinderungen politische Entscheidungsträger eingeladen waren, einmal selbst Erfahrungen mit Inklusion und Barrierefreiheit im Alltag zu machen.

Northeim – Die am Northeimer Bündnis beteiligten Organisationen haben laut einer Mitteilung der „Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB) jetzt dazu eine positive Bilanz gezogen.

Wie sich Barrieren im Alltag konkret anfühlen, hätten die beiden Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt (SPD) und Karoline Otte (Grüne) während ihrer zweistündigen Exkursion mit dem Rolli durch Northeim erlebt, heißt es in der entsprechenden Mitteilung. So habe sich zum Beispiel Heiligenstadt bei dem Versuch, mit dem Rollstuhl über das Pflaster der Northeimer Fußgängerzone zu manövrieren, Blasen an den Händen geholt, während Otte erleben musste, dass der Notruf in einer öffentlichen Toilette nicht funktionierte. Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) habe bei einem „Blindenexperiment“ in seiner Heimatstadt das Gefühl für Raum und Zeit verloren und sei als „Blinder“ nicht in der Lage gewesen, Geld am Bankautomaten abzuheben.

Die Bundestagsabgeordnete Mareike Wulf (CDU) und der Landtagsabgeordnete Christian Grascha (FDP) nahmen darüber hinaus an zwei Veranstaltungen mit Freizeitgruppen von jungen Menschen mit Behinderung des DRK Göttingen-Northeim teil und erfuhren am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, mit verbundenen Augen an einer Wanderung durch ein Hochmoor teilzunehmen. Bei der Auswertung der Aktionen beschlossen die Aktiven, einen Barriere-Check der Innenstädte im Herbst auch in Einbeck und in Uslar anzubieten. Politische Verantwortungsträger seien schon jetzt zu den Selbsterfahrungs-Experimenten eingeladen, heißt es dazu weiter. (Niko Mönkemeyer)

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