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Hindenburgstraße in Northeim jetzt mit Zusatzschild

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Von: Axel Gödecke

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Ein Zusatzschild ließ die Stadt Northeim am Straßenschild der Hindenburgstraße anbringen. Der Text wurde laut Verwaltung fraktionsübergreifend entwickelt.
Ein Zusatzschild ließ die Stadt Northeim am Straßenschild der Hindenburgstraße anbringen. Der Text wurde laut Verwaltung fraktionsübergreifend entwickelt. © Niko Mönkemeyer

Jetzt informiert ein Zusatz unterhalb der Straßenschilder der Northeimer Hindenburgstraße über den Reichspräsidenten und seine Rolle bei der Machtübernahme der Nazis im Jahre 1933.

Northeim – Diskussionen um eine Umbenennung der Hindenburgstraße in Northeim hatte es in den Ratsgremien der Stadt Northeim auf Veranlassung der Grünen und der SPD wegen Hindenburgs fragwürdiger Rolle im Vorfeld der Machtergreifung der Nazis 1933 reichlich gegeben. Letztlich war der Vorschlag jedoch im Februar vergangenen Jahres mehrheitlich abgelehnt worden.

Man kam jedoch überein, ein Zusatzschild unter dem Straßenschild zu platzieren. Das ist jetzt passiert.

Die Enthüllung des Zusatzes erfolgte kürzlich bei einem Ortstermin, zu dem die Mitglieder des Stadtrats Anwohner der Hindenburgstraße, Medien und weitere Beteiligte eingeladen waren.

Der Text des Zusatzschildes lautet: „Paul v. Hindenburg (1847-1934) – 1916-1918 Chef der Obersten Heeresleitung; einer der Hautverantwortlichen für Kriegshandlungen des 1. Weltkriegs. 1925-1934 Reichspräsident. 30.1.1933 Machtübergabe an A. Hitler und die NSDAP. Kurz danach vorgezogene Neuwahl im Rahmen der „Gleichschaltung“ des Northeimer Stadtparlaments. Das beschließt mit ¾-NS-Mehrheit zum 20.4.1933 („Führers Geburtstag“) die Umbenennung in den heute noch bestehenden Straßennamen.

Im Vorfeld der Erstellung des Zusatzschildes hatte es weitere Diskussionen in den Ratsgremien um dessen Text gegeben. SPD und Grüne hatten beispielsweise einen eigenen Text entwickelt und auch als Beispiel schon ein eigenes Schild erstellen lassen. Dieser Textvorschlag, in dem Hindenburg als Mitverantwortlicher für Kriegsverbrechen im Ersten Weltkrieg bezeichnet worden war, kam jetzt aber nicht zum Zuge.

Der letztlich verwendete Text wurde fraktionsübergreifend von einzelnen Mitgliedern des Rates entwickelt, heißt es von der Northeimer Stadtverwaltung. Der Wortlaut sei vom nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss am 13. Dezember 2021 beschlossen worden. Ein Vorschlag der FDP, über den Text des Zusatzschildes final im Northeimer Stadtrat abstimmen zu lassen, fand zuvor keine Mehrheit.

Ein Antrag der CDU-Ratsfraktion auf Aufstellung einer Stele am Straßenrand mit ausführlicheren Informationen zum Reichspräsidenten, die durch eine angebotene Anwohnerspende finanziert werden sollte, wurde im Laufe des Verfahrens zurückgezogen.  (Axel Gödecke)

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