Studie zu Besonderheiten

Historischen Häuser des Fachwerk-Fünfecks werden wissenschaftlich untersucht

Prachtvoll: Das Eckhaus Entenmarkt 14 / Ecke Rathausgasse gehört zu den eindrucksvollsten Fachwerkbauten in Northeim. Es stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts und wurde 1986 letztmalig grundlegend saniert. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die historischen Fachwerkhäuser des so genannten Fachwerk-Fünfecks, zu dem sich die Städte Northeim, Einbeck, Hann. Münden, Duderstadt und Osterode zusammengeschlossen haben, werden jetzt wissenschaftlich untersucht.

Ziel des Gutachtens sei es, die Gemeinsamkeiten der Fachwerkbauten aus sechs Jahrhunderten in den fünf Städten herauszuarbeiten, heißt es in einer Mitteilung der in Northeim ansässigen Geschäftsstelle des Fünfeck-Projekts.

Das Gutachten diene auch der Einordnung der regionalen Baukunst in den deutschen und europäischen Kontext, sagt Fachwerk-Managerin Juliane Hofmann. Beauftragt mit der Studie hat die Geschäftsstelle des Projektes den internationalen Fachwerkexperten Professor Manfred Gerner. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Fachwerk, Holzbau und Denkmalpflege. Der Architekt und frühere Professor für Bausanierungstechnik an der Fachhochschule Erfurt ist zudem Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte und Initiator der Deutschen Fachwerkstraße, zu der auch alle Fünfeck-Städte gehören.

Erste Untersuchungen hat der Wissenschaftler bereits in der vergangenen Woche in Northeim vorgenommen. Dabei hat er Informationen in der Unteren Denkmalbehörde im Bauamt der Stadt Northeim gesammelt und sich viele Objekte auch persönlich in der Innenstadt angeschaut.

Ergebnisse im Januar

Es folgen laut Hofmann bis Mitte Dezember weitere Studien in den anderen vier Städten. Mit ersten Ergebnissen rechnet die Geschäftsstelle bis Mitte Januar 2016. Die Ergebnisse sollen dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden und als Grundlage für weitere Projekte des Fachwerk-Fünfecks dienen.

Besondere Bauweisen

Gerner interessieren die Besonderheiten der Bauweisen jeder einzelnen Stadt, die durch das Leben ihrer Bewohner im Mittelalter geprägt sind. „Ich kenne alle fünf Städte seit vielen Jahren. Manche schon sehr genau, bei anderen werde ich sicher noch viel entdecken können“, sagte Gerner bei der Auftragsannahme. „Anhand von Stilmerkmalen und Baualter werde ich die regionale Identität der südniedersächsischen Fachwerkkunst darstellen“, fuhr der Fachwerkexperte fort.

Fernziel: Welterbe

Die Studie hält Gerner für eine wichtige Grundlage für die Region, die sich nicht nur zum Fernziel gesetzt hat, Weltkulturerbe zu werden, sondern vor allem auf eine interkommunale Zusammenarbeit setzt, um die regionale Baukultur zu fördern.

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