Keine Klimaanlage

Hitze in Bussen eine Zumutung für die Gäste

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Heiße Busfahrten: Bei den derzeitigen karibischen Temperaturen haben es Fahrgäste und der Busfahrer nicht leicht, wenn im Bus keine Klimaanlage vorhanden ist.

Northeim. Die Sommer werden immer heißer und das bekommen auch die Fahrgäste in den Linienbussen zu spüren.

Der Katlenburgerin Anja Grabo, die täglich mit dem Bus der Regionalbus Braunschweig (RBB) von ihrem Wohnort nach Northeim zur Arbeit und zurück pendelt, platzte jetzt der Kragen wegen der fast tropischen Temperaturen in den Bussen. Sie meldete sich bei der HNA-Aktion „Wir sind ganz Ohr für Sie“.

Warum gibt es denn in den Bussen keine Klimaanlage, fragt sie. Wenigstens müssten doch Seitenfenster aufzuschieben oder aber Oberlichter aufzuklappen sein. Doch auch die gebe es in den auf der Linie eingesetzten Bussen nicht, ist sie empört. Sie fahre seit 1987 mit dem Bus zu Arbeit, früher habe es solche Fenster und auch schon mal Fahrzeuge mit Klimaanlagen gegeben.

Das wäre nicht nur für die Fahrgäste schöner, auch die armen Busfahrer hätten etwas davon, fährt Grabo fort. Sie habe sich bereits vor geraumer Zeit bei der RBB beschwert, passiert sei jedoch nichts.

RBB-Produktionsleiter Jörg Göke (Göttingen) kann den Ärger der Katlenburgerin bedingt nachvollziehen. „Wir haben leider nicht in jedem unserer Busse Klimaanlagen, aber es werden immer mehr“. Von den derzeit rund 60 RBB-eigenen Bussen seien immerhin schon 40 damit ausgerüstet. Dass auf der Linie Northeim-Katlenburg noch unklimatisierte Fahrzeuge eingesetzt werden, wollte Göke aber nicht ausschließen.

Oberlichter vorhanden

Dass die auf der Linie 240 eingesetzten Busse allerdings keine Oberlichter zum Öffnen hätten, könne allerdings nicht sein.

Jedes Fahrzeug habe mindestens zwei solcher Oberlichter, die geöffnet werden könnten und dann zumindest eine indirekte Belüftung ermöglichen, dies allerdings nur während der Fahrt. Daneben gebe es auch meist eine zu öffnende obere Seitenscheibe.

Göke weist zugleich darauf hin, dass der Einsatz von Bussen mit Klimaanlagen, die in der Anschaffung etwa 8000 Euro kostspieliger und auch im Verbrauch und in der Unterhaltung teurer seien, eine freiwillige Leistung der Busfirma sei.

Verkehrsverbund zahlt nicht

Der Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN), der für die Ausschreibungen und Vergaben der Linienkonzessionen zuständig ist, fordere den Einsatz von klimatisierten Fahrzeugen nicht und bezahle sie deshalb auch nicht.

Göke: „Angesichts des sich offenbar abzeichnenden Klimawandels hin zu immer heißeren Sommern, sollte der VSN hier vielleicht auch einmal umdenken.“

Der RBB-Produktionsleiter versprach gegenüber der HNA allerdings, sich den Wagenpark auf der Katlenburger Linie mal genauer anzusehen und auch mal klimatisierte Fahrzeuge zum Einsatz kommen zu lassen.

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