Erster Mast wird bei Einbeck errichtet

Der Bau der 380-kV-Leitung beginnt im Landkreis Northeim 

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Kabel in der Hand: Tennet-Bürgerreferent Reemt Bernert und Tennet-Pressesprecher Markus Lieberknecht erklären den Bauverlauf der 380-kV-Trasse im Raum Northeim. 

Northeim. Der Bau der 380-Kilovolt-Höchstpannungsleitung von Wahle bei Braunschweig bis ins nordhessische Mecklar bei Bad Hersfeld beginnt im Landkreis Northeim.

Der Stromtrassenbetreiber Tennet wird am Dienstag den Startschuss geben. Südlich von Einbeck, nahe Edemissen, soll gegen 14 Uhr der erste Rammstoß für das Fundament des ersten Mastes der insgesamt 230 Kilometer langen Trasse erfolgen. Das teilten Tennet-Pressesprecher Markus Lieberknecht und der Bürgerreferent des Unternehmns für den Trassenneubau, Reemt Bernert, bei einem HNA-Redaktionsbesuch mit.

Baubeginn trotz anhängiger Klagen

Tennet werde mit dem Bau beginnen, obwohl gegen den Trassenverlauf vier Klagen anhängig sind, bestätigen beide. Die Klagen, darunter eine der Stadt Einbeck, hätten keine aufschiebende Wirkung, und Tennet habe den gesetzlichen Auftrag zu bauen und für den Abschnitt Lamspringe-Hardegsen einen gültigen Planfeststellungsbeschluss.

Einbeck klagt, weil ein anderer Trassenverlauf nördlich von Einbeck bei der raumordnerischen Bewertung nicht berücksichtigt worden sei. Eine weitere Klage hat der Betreiber des Pumpspeicherwerkes Erzhauen, Statkraft, eingereicht, unter anderem deswegen, weil der per Erdkabel vorgesehene Anschluss der Stromeinspeisung des Erzhäuser Werkes in die 380-kV-Leitung sehr teuer wird und die bisherige 220-kV-Anschlussmöglichkeit entfallen wird.

Der 55 Kilometer lange Leitungsabschnitt zwischen Lamspringe und dem Umspannwerk Hardegsen wird nach Angaben Bernerts der erste von insgesamt vier der Gesamttrasse Wahle-Mecklar sein, der gebaut wird.

Masten sind bis zu 60 Meter hoch

Das erste Baulos betreffe die Strecke von Einbeck bis zum Böllenberg südlich von Hollenstedt. Hier werden in Abständen von rund 350 Metern 42 neue Masten mit Höhen von 55 bis 60 Metern gebaut. Die Masten weisen zwei Traversen auf, an denen die Stromleitungen hängen. Über die Mastspitzen werde ein Blitzschutz-Erdseil gezogen, in dem sich auch zwei Glasfaserleitungen befinden, über die Tennet kommunizieren und die Leitung kontrollieren könne.

Die Fundamente für die Masten fallen laut Bernert unterschiedlich aus, je nach Baugrund. Die ersten Mast-Fundamente bei Edemissen würden in Ramm-Pfahlbauweise gebaut. An anderen Standorten würden auch Plattenfundamente errichtet. Normale Masten hätten unten ein Maß von zwölf mal zwölf Metern.

Um mit Maschinen zum Baugrund für die Fundamente zu gelangen, würden in den Fällen, in der eine Zufahrt über Feldwege nicht möglich ist, provisorische Zufahrten über die Äcker gelegt, die entweder aus Holzbrettern oder aus Stahlplatten bestehen.

Inbetriebnahme mutmaßlich Ende 2021

Die neuen Masten werden im Abschnitt zwischen Einbeck und dem Umspannwerk Hardegsen direkt neben einer alten Hochspannungsleitung mit 220 kV aus dem Jahre 1929 in einem Abstand von etwa 50 Metern errichtet, ergänzt Tennet-Sprecher Lieberknecht. Nach Inbetriebnahme der Höchstspannungsleitung mutmaßlich Ende 2021 soll die alte Leitung, die ein paar mehr Masten als die neue aufweist, zurückgebaut werden.

Für die vier Bauabschnitte der Wahle-Mecklar-Leitung liegen laut Tennet bislang zwei rechtskräftige Planfeststellungsbeschlüsse vor: Einer für den hiesigen Abschnitt Lamspringe-Hardegsen und einer für den hessischen Abschnitt ab der Landesgrenze bis Mecklar.

Für die Strecke Wahle-Lamspringe befinde sich das Planfeststellungsverfahren in der öffentlichen Auslegung. Für den Abschnitt Hardegsen-Landesgrenze bei Münden, in dessem Verkauf auch ein 5,7 Kilometer langes Erdkabel durchs westliche Stadtgebiet von Göttingen vorgesehen ist, werde die öffentliche Auslegung in den kommenden Monaten erfolgen.

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