Höckelheim: Anwohner kritisieren Hallenplanung

Die alte Bodenplatte der abgebrannten Mehrzweckhalle ist noch voll verwendungsfähig. Kein Verständnis haben die Anwohner dafür, dass der Eingang genau vor ihren Haustüren gebaut werden soll, etwa dort, wo sie gerade stehen. Ihre Schlafzimmer seien alle zum geplanten Eingang ausgerichtet. Foto:  Niesen

Höckelheim. Anwohner der Straße An der Schule in Höckelheim halten die Planungen für den geplanten Wiederaufbau der abgebrannten Mehrzweckhalle für grob fehlerhaft.

Sie haben eine Alternativplanung entwickelt, die sie in einer Versammlung am morgigen Freitag, 24. April, um 19 Uhr im Jugendheim der interessierten Öffentlichkeit vorstellen wollen. Dazu laden die Anwohner und Armin Töpperwien, ein. Er hat die Alternativplanungen auf dem alten Grundriss entwickelt.

Ihre Kritik machen die Anwohner an folgenden Punkten fest: 

Der Hochwasserschutz der Halle ist mit der neuen Halle nicht gewährleistet. Der Hallenboden solle nur 16 Zentimeter über Grund liegen. Beim letzten großen Hochwasser 1998 habe der Pegel aber in diesem Bereich bei rund 30 Zentimeter gelegen, punktuell sogar noch höher. Die alte Halle sei wegen der Hochwassergefahr auf einem erhöhten Sockel erbaut worden.

Sockel zu verwenden 

Daran knüpft der nächste Kritikpunkt an. Dieser Sockel wurde nach Feststellungen der Bausachverständigen bei dem Brand der alten Halle nicht beschädigt, vielmehr ist er voll verwendungsfähig. Das wissen auch die Planer, die aber trotzdem einen Bau auf einer rund 450 Quadratmeter größeren Grundfläche vorgelegt haben.

Dabei ist nach den Worten von Stadtbaurätin Tanja Mehls in der jüngsten Ortsratssitzung noch nicht einmal abgeklärt, ob die Versicherung den Restwert des 800 Quadratmeter großen alten Sockels bei der Auszahlung der Versicherungssumme von 1,5 Millionen Euro abziehen wird. Für die Anwohner ist es völlig unerklärlich, wie die Stadt angesichts ihrer desolaten Haushaltslage und die Verpflichtungen aus den Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen dann die Bausumme finanzieren will. Ihrem Vernehmen nach sollen die Kosten für den Neubau bei 2,6 Millionen Euro liegen.

Baukörper zu groß 

Der neue Baukörper wird zu dem als viel zu groß für diesen Teil des Dorfes betrachtet. „Die Dimensionen passen nicht, sie sind einfach zu groß“, sagt Manfred Opel.

Ganz besonders frustriert über die Planungen sind die Familien, deren Häuser direkt gegenüber dem neuen Eingang An der Schule 2 bis 8 liegen. Sie befürchten, dass sie beständig unter dem Lärm der Nutzer und den Auswirkungen des Rauchens vor der Halle leiden müssen. „Unsere Schlafzimmer sind alle zur Halle ausgerichtet“, sagt Anlieger Andreas Meinholz.

Sachgerechte Lösung 

Weitere Mängel liegen im Detail: So kritisiert Manfred Opel, dass der unbeschädigte behindertengerechte Aufgang zur alten Halle, der erst zwei Jahre vor dem Brand für rund 28.000 Euro gebaut worden sei, ebenfalls abgerissen werden müsste, wenn die große Lösung verwirklicht werde. Außerdem koste der Abriss der vorhandenen und verwendungsfähigen Bodenplatte nochmals rund 30.000 Euro. „Das ist Verschwendung von Steuermitteln.“

Armin Töpperwien betont: „Uns geht es nicht um die Verhinderung der Halle, uns geht es um sachgerechte Lösungen.“ Er ist überzeugt, dass sich auf der vorhandenen Bodenplatte auch alle Anforderungen der Inklusion verwirklichen lassen und dabei der Kostenrahmen eingehalten werde. (zhp)

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