Nach Tod einer Frau aus dem Landkreis Northeim

Höxter: Paar soll weitere Tötung gestanden haben - Anzeigen auch in der HNA

Höxter/Northeim. Nach dem Tod einer wochenlang gefangen gehaltenen Frau aus dem Landkreis Northeim im ostwestfälischen Höxter prüfen die Ermittler, ob es noch weitere Opfer gibt.

Am Montag vermeldete unter anderem die Bild-Zeitung zudem, dass das Paar gegenüber den Ermittlern eine weitere Tötung gestanden haben soll. Eine offizielle Bestätigung seitens der Polizei gab es bisher nicht. Die Staatsanwaltschaft bestätigte lediglich, dass es es Hinweise auf weitere Opfer geben. "Wir haben konkrete Hinweise, denen wir nachgehen", sagte ein Sprecher am Montag.

Aktualisiert um 17.08 Uhr

Inzwischen hätten sich mehrere Frauen gemeldet, die früher einmal Kontakt zu dem 46-jährigen mutmaßlichen Täter gehabt haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn am Montag.

Kontaktanzeigen von dem 46-Jährigen sind auch in der HNA erschienen. Das haben Nachforschungen nun ergeben. Unter anderem veröffentlichte der Mann im August 2009 sowie im April 2011 Annoncen. Im August 2009 hat er gleich zwei Anzeigen aufgegeben. In einer der Anzeigen heißt es: „Fischmann, 38 Jahre, 1,85 Meter, dunkelhaarig sucht Sie für gemeinsame Zukunft, nur Sympathie zählt.“ Die andere Anzeige lautet: „Netter Er, 39 Jahre in Paderborn lebend sucht verständnisvolle Sie, Alter nicht so wichtig.“

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 46-Jährige Wilfried W. eine 41 Jahre alte Frau aus Bad Gandersheim im Landkreis Northeim vor mehreren Wochen über eine Partnerschaftsanzeige angelockt und sie dann fast zwei Monate lang gefangengehalten hat.

Gemeinsam mit seiner 47-jährigen Ex-Frau soll er sie so schwer misshandelt haben, dass sie schließlich starb.

Am Montag hatten erneut Mitarbeiter der Spurensicherung das Haus in Höxter untersucht. Eine 30-köpfige Mordkommission versucht, Antworten auf die vielen offenen Fragen zu bekommen. Dazu war am Sonntag auch die 47-Jährige aus der Untersuchungshaft noch einmal in ihr Haus nach Höxter gebracht worden. Die Ermittler hätten sich von ihr "einige Sachen erklären lassen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Weitere Details zu den Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft erst am Dienstag veröffentlichen. Dann wollen die Ermittlungsbehörden in einer Pressekonferenz auch weitere Details über den Fall bekanntgeben. Denn noch liegt vieles im Dunkeln - vor allem zum Motiv ist noch nichts bekannt. Zudem stellt sich die Frage, warum das Opfer nicht floh. Immer wieder sei die 41-Jährige mit ihren Peinigern auch draußen auf der Straße gesehen worden, erklärten die Ermittler.

Fest steht, dass die Polizei nun auch ungeklärte Frauenmorde in der Region überprüft. Das hatten mehrere Medien am Montagvormittag berichtet.

Ähnlicher Fall aus Bodenfelde

Schon einmal wurden arglose Opfer an der Oberweser per Kontaktanzeige in eine Todesfalle gelockt. 2007 deckten die Behörden eine Mordserie im niedersächsischen Bodenfelde auf, das nur knapp 20 Kilometer Luftlinie vom aktuellen Tatort Höxter entfernt liegt. In Bodenfelde hatte eine später als "Schwarze Witwe" bekannt gewordene frühere Prostituierte ältere Männer ermorden lassen. 

Sie hatte die alleinstehenden Senioren über Kontaktanzeigen gesucht, ihnen liebevolle Zuwendung und Pflege versprochen, sie nach Bodenfelde geholt und finanziell ausgenommen. Auf diese Weise kassierte sie mindestens 500.000 Euro. Zudem bezog sie als Witwe eines der Mordopfer eine Rente.(mit dpa)

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