Kommissar Kötza ermittelt als der Tolle aus Bültz

Holger Weyrauch aus Hardegsen veröffentlicht dritten Comic-Band

Holger Weyrauch mit seinen bislang veröffentlichten Kommissar-Kötza-Comic-Bänden.
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Aller guten Dingen sind drei: Holger Weyrauch mit seinen bislang veröffentlichten Kommissar-Kötza-Comic-Bänden.

Hardegser Comic-Zeichner hat sein drittes Werk vollendet.

Hardegsen – Was lange währt, wird endlich gut. Dieser Spruch aus dem Volksmund scheint sich bei dem neuesten Werk von Holger Weyrauch aus Hardegsen zu bewahrheiten – zumindest für Menschen, die gern Comics lesen und skurrilen Humor lieben. Denn immerhin hat es zwölf Jahre gedauert, bis das dritte Abenteuer seines Kommissar Kötza fertig geworden ist.

„Nachdem ich die ersten 30 Seiten fertig hatte, bin ich Vater von Zwillingen geworden, und da hatte ich erst mal was anderes zu tun“, sagt Weyrauch, der Architektur studiert hat, als Werbegrafiker arbeitet und sich als Hobby-Comiczeichner versteht.

Die Idee, den angefangenen Comic zu Ende zu bringen, sei ihm dann während des Lockdowns gekommen, als er seine Töchter beim Homeschooling betreut habe und beim Stöbern in seinen Unterlagen auf die alten Zeichnungen gestoßen sei, berichtet er und fügt schmunzelnd hinzu: „Immer dann, wenn meine Töchter irgendwelche Aufgaben erledigen mussten, habe ich die Zeit genutzt, um an dem Comic weiterzuarbeiten.“

Herausgekommen ist dabei eine schräge Geschichte mit dem Titel „Der Elchmilchkelch“. In der ermittelt der „Tolle von Bülz“, wie Weyrauch seinen Kommissar Kötza auch nennt, in der Kunstraub- und Kunstfälscherszene. Der Clou dabei: Weyrauch erzählt die Geschichte in Bildern, die an Werke bekannter, aber auch weniger bekannter Künstler angelehnt sind. So ist zum Beispiel gleich in der Anfangsszene „Der Schrei“ von Edvard Munch zu erkennen.

Für alle, die sich in der Kunst nicht so auskennen, gibt es am Ende des Heftes ein komplettes Verzeichnis der zitierten Künstler, Werke und Stilepochen. Dabei ist allerdings ein wenig Vorsicht geboten, denn Weyrauch macht sich einen Spaß daraus, seine Leser hin und wieder aufs Glatteis zu führen. Längst nicht alles, was man in diesem Band auf den ersten Blick für eine Anspielung auf ein Kunstwerk hält, ist auch eine. Oftmals ist es auch nur einfach eine seiner vielen verrückten, aber durchaus witzigen Ideen, die der 52-Jährige in die Story eingebaut hat.

„Wie man schwerlich übersehen kann, sind meine Geschichten so konzipiert, dass sie ganz knapp an der totalen Sinnlosigkeit vorbeischrammen“, beschreibt Weyrauch das Konzept für seine Kommissar-Kötza-Comics.

Die hat er im Eigenverlag veröffentlicht – den ersten bereits im Jahr 2006 unter dem Titel „Kommissar Kötza und sein Arsch in der Zeitung“. Gefragt, was es mit diesem Titel auf sich hat, verrät Weyrauch: „Nichts. Ich habe einfach nur das unwichtigste Bild aus dem Heft genommen und daraus dann den Titel gemacht.“

In seinem ersten Fall hat Kommissar Kötza, dessen Name auf den Fernsehkommissar Erwin Köster (Der Alte) zurückgeht, einen handfesten Mord an einem König aufzuklären. Die „taz“ beurteilte das Werk damals als „Königsmord mit Stil“. Im zweiten, 2007 erschienenen Band schleust sich Kötza mit einem Trojaner in das Internet ein, um dort nach dem verschwundenen „Harnsteinzimmer“ zu suchen.

Alle drei Kommissar-Kötza-Abenteuer sind im Internet über holgerweyrauch.de erhältlich. Dort erfährt man auch, was Weyrauch künstlerisch sonst noch so treibt. (Niko Mönkemeyer)

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