K & K kämpft um Erweiterung

Unternehmen wünscht sich mehr Unterstützung von der Stadt Northeim

David (links) und Joachim Vaupel stehen vor dem Hochzeitshaus, sie möchten den Standort an der Bahnhofstraße ausbauen und haben viele Ideen für die Zukunft.
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David (links) und Joachim Vaupel möchten den Standort an der Bahnhofstraße in Northeim ausbauen und haben viele Ideen für die Zukunft. Doch dafür brauchen sie die nötige Unterstützung von Verwaltung und Rat.

Die Firma K&K Menswear an der Bahnhofstraße möchte ihre Verkaufsfläche vergrößern, aber dagegen hat die Stadt Einwendungen.

„Wir haben viel vor, doch leider werden uns immer wieder Steine seitens der Stadt in den Weg gelegt“, erklärt Geschäftsführer David Vaupel. Am Standort befinden sich auch das Brautstudio von Mario Steinberg und das Trauringstudio von Juwelier Vollbrecht, zusammen bildet man das Northeimer Hochzeitshaus. Außerdem ist an dem Standort noch ein Großhandel für Berufsbekleidung, den Hans-Jürgen Mix übernommen hat, untergebracht.

Jetzt möchte Vaupel sein Geschäft um rund 250 Quadratmeter erweitern, dafür ist nur ein Wanddurchbruch zum angrenzenden Haus notwendig, zudem soll die Fassade im unteren Bereich vorgezogen und an die Glasgalerie im Obergeschoss angepasst werden. Doch so einfach, wie Vaupel sich das vorgestellt hat, ist das nicht.

Dagegen spreche unter anderem, dass sich die Grundstücke nicht innerhalb des vom Rat beschlossenen Versorgungsbereichs der Innenstadt sowie der Nahversorgungszentren liege, heißt es in einer Vorlage zur Bauausschusssitzung am Dienstag, 21. Juli. Die Stadt betrachtet das Hochzeitshaus mit 1400 Quadratmetern als großflächiges Einzelhandelsvorhaben. Da aber die Bekleidungsbranche zum zentrenrelevanten Sortiment, das die sogenannte Northeimer Liste festlegt, zähle, müsse hier die Auswirkung einer Erweiterung auf die Innenstadt geprüft werden. Zudem heißt es, dass Betriebe an der Bahnhofstraße eine Agglomeration (Ansammlung verschiedener Unternehmen) darstellen und in Gänze zu bewerten seien.

Dieser Einschätzung kann Vaupel nur schwer folgen, zumal schon sein Vater hier in den 1970er-Jahren rund 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche nutzte, diese aber in den vergangenen Jahren zum Teil als Lager umfunktionierte. „Eigentlich wollen wir nur das zurückhaben“, sagt Vaupel. Zudem bemängelt er, dass die Northeimer Liste den Begriff Bekleidung nicht differenziert. Brautmoden sind aus seiner Sicht nicht innenstadtrelevant.

Nicht nachvollziehen können David Vaupel und sein Vater Joachim Vaupel, dass sie ein teures Verträglichkeitsgutachten auf eigene Kosten in Auftrag geben sollen. Bereits vor fünf Jahren hätte Joachim Vaupel anbauen wollen, schon damals habe man das Unternehmen seitens der Stadt nicht in seinem Vorhaben unterstützt. Eine Verlegung des Geschäfts in die Innenstadt stellt für sie keine Option dar, zum einen gäbe es keine Immobilie mit der entsprechenden Größe und ausreichend Parkplätzen, zum anderen wolle man gern im eigenen Haus bleiben und sich dort weiter entwickeln. Auch wenn Angebote aus Nörten, sich in Lütgenrode anzusiedeln und die eigenen Vorstellungen umzusetzen, durchaus verlockend seien. „Da wird uns der rote Teppich ausgerollt und es werden Lösungen gezeigt“, so David Vaupel.

Neue Immobilie an den Gleisen

Doch die Probleme der investitionswilligen Northeimer Familie gehen über die Erweiterung des Geschäftes in Northeim hinaus. Ursprünglich wollten sie gern das 2000 Quadratmeter große Grundstück, das bis vor Kurzem noch als Lager für die Bauarbeiten an den Bahnbrücken genutzt wurde, mit zwei Hallen bebauen. Hier hätten beispielsweise Caravane oder Boote untergebracht werden können, so eine Idee. Auch das Geschäft Sport Kuck, das laut Vaupel wieder aus der Innenstadt zurück an den alten Standort will, hätte hier Platz finden können. Seitens der Stadt gab es aber Einwände: Die Idee mit den Hallen wurde abgelehnt, da zuviel Fläche versiegelt würde, erklärt David Vaupel. Eine zukünftige städtebauliche Weiterentwicklung des Standortes mit allen baunutzungsrechtlichen Optionen sei nur über eine verbindliche Bauleitplanung (Aufstellung eines Bebauungsplanes) im Sinne des Vorhabenträgers und der Stadt zu entwickeln und zu steuern, so die Aussage der Stadt.

Auch die Kosten des B-Plans von rund 40 000 Euro müsste die Familie zumindest anteilig bezahlen, so Vaupel. Vor der Bauausschusssitzung am kommenden Dienstag gibt es nun auf Initiative der CDU-Ratsfraktion einen Ortstermin. Die CDU-Fraktion hat zudem beantragt, dass die Verwaltung dabei Wege und die nötigen Schritte aufzeigt, wie für den ungeplanten Innenbereich zeitnah Baureife erlangt werden kann.

Hierbei soll auch eine weitere Idee thematisiert werden. Die Familie Vaupel könnte sich auch vorstellen, ein Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnstrecke zu bauen. Die Kosten werden auf etwa 1,5 Millionen Euro geschätzt. „Wenn wir das umsetzen könnten, dann wäre auch die Beteiligung der Kosten am B-Plan kein Thema“, so Vaupel, doch die Geschäftserweiterung müsse vorher mit einer Sonderregelung genehmigt werden, damit könne er nicht zwei Jahre bis zum Abschluss des B-Plan-Verfahrens warten.

Er hoffe nun auf gute Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Rat, damit er bald eine Perspektive für den Standort in Northeim bekomme.

Einzelhandelskonzept gibt Sortiment vor

Die Stadt Northeim verfügt seit 2009 über ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das 2017 fortgeschrieben wurde. Außerdem wurden ein zentraler Versorgungsbereich Innenstadt und drei Nahversorgungszentren abgegrenzt. Des Weiteren hat man ein Sortimentskonzept für die einzelnen Zentren erarbeitet, die sogenannte Northeimer Liste, darin wird auch die Größe einzelner Verkaufsflächen festgeschrieben, um die Innenstadt zu stärken.

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