Frist zum Abtransport bis Ende Januar

Illegale Lagerung von Bauschutt am Kiessee: Staatsanwaltschaft ermittelt

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Schutthalde im Naturschutzgebiet: Für diesen Berg am Northeimer Weißen Budenweg interessiert sich jetzt auch die Staatsanwaltschaft.

Northeim. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat im Zusammenhang mit der illegalen Lagerung von Bauschutt auf einer Fläche im Naturschutzgebiet am Weißen Budenweg die Ermittlungen aufgenommen.

Wie Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue auf Anfrage bestätigte, wird gegen die Betreiberin der dort ansässigen Bauschutt-Recycling-Anlage, die F. Beissner GmbH mit Sitz in Niemetal, wegen des Verdachts auf unerlaubtes Betreiben von Anlagen ermittelt.

Hintergrund für die Ermittlungen ist eine Mitteilung des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamts in Göttingen. Das hatte im November des vergangenen Jahres bei einer Kontrolle des Areals festgestellt, dass das Unternehmen dort erheblich mehr Material gelagert hatte als genehmigt. Daraufhin hatte das Gewerbeaufsichtsamt die Firma angewiesen, das überzählige Material zu entfernen.

Abtransport wird von Behörde überwacht

Wie Amtsleiterin Dagmar Schomaker am Montag mitteilte, wird der Abtransport von ihrer Behörde überwacht. „Wir haben der Firma eine Frist bist Ende Januar gesetzt.“

Den entscheidenden Hinweis hatte das Gewerbeaufsichtsamt von der Northeimer Bürgerinitiative gegen den Betrieb eines zweiten Northeimer Asphaltmischwerks erhalten. Die hatte zusammen mit dem Northeimer Kreisverband des Bundes für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland (BUND) auf mehrere Sachverhalte im Bereich des Naturschutzgebietes Northeimer Seenplatte aufmerksam gemacht, die aus Sicht der beiden Organisationen nicht mit dem Naturschutz zu vereinbaren sind.

Dabei hatten BI und BUND dem Landkreis Northeim vorgeworfen, seine Aufgaben als Untere Naturschutzbehörde nicht ausreichend wahrzunehmen.

Geschäftsführer der Betreiberfirma sieht Ermittlungen gelassen entgegen

„Ich sehe den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gelassen entgegen“, sagt Frank Beissner, Geschäftsführer der Betreiberfirma. Er räumt ein, dass auf dem Gelände mehr Material gelagert war als erlaubt. Bei der Übernahme der Fläche von der damaligen Firma Herbst habe er unvollständige Unterlagen erhalten, sodass ihm dieser Sachverhalt bislang nicht klar gewesen sei. 

„Wir sind dabei, die Mengen zu reduzieren“, so Beissner. Das ungebrochene Material, von dem laut Genehmigung 3000 Tonnen gelagert werden dürfen, sei bereits auf null reduziert worden. Bezüglich des gebrochenen Materials geht Beissner davon aus, dass sein Unternehmen auf dem Gelände laut Genehmigung etwa 50.000 Tonnen lagern darf. Tatsächlich habe man aber wohl 80.000 Tonnen dort gehabt.

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