Anzeigen wegen Unterschlagung und Hausfriedensbruch möglich

Illegale Sperrmüll-Sammler kosten Landkreis Northeim viel Geld

+

Northeim. Der Kreisabfallwirtschaft im Landkreis Northeim gehen jährlich im Schnitt 30 000 Euro durch fehlenden Schrott durch die Lappen. Grund sind illegale Sperrmüllsammler, die im Kreisgebiet ihr Unwesen treiben.

Der finanzielle Schaden hat auch Auswirkungen auf die Gebührenzahler, sagt Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer.

Natürlich sind die illegalen Sammler der Kreisabfallwirtschaft ein Dorn im Auge, laut Niemeyer werden in Spitzenzeiten täglich im Rahmen der Sperrmüllabholung rund 100 Grundstücke von den Mitarbeitern angefahren: „Von daher ist es mit vertretbarem Aufwand nicht möglich, die privaten Sammler im Vorfeld der Abfuhr auszumachen.“

In der Vergangenheit habe es mehrmals Aktionen der Kreisabfallwirtschaft zusammen mit der Polizei und dem Zoll gegeben, um den illegalen Sammlern auf die Schliche zu kommen. „Zu einem durchschlagenden Erfolg haben die Aktionen aber nicht geführt“, muss Niemeyer einräumen.

Gute Vernetzung

Ein Grund sei nach seinen Erfahrungen vermutlich die „gute Vernetzung“ des Personenkreises per Facebook oder Whatsapp. „Schon eine von diesen Sammlern festgestellte Abholstelle führt zu einer räumlichen Eingrenzung der Abholstellen am nächsten Tag durch die Müllabfuhr. Diese Informationen werden schnell untereinander verbreitet.“ Gegen die in Einzelfällen ermittelten Sperrmüll-Sammler werden seitens des Landkreises bei der Polizei Strafanzeigen gestellt.

Vehement tritt Niemeyer dem Gerücht entgegen, dass die Sperrmüll-Abholtermine von der Kreisabfallwirtschaft an die illegalen Sammler übermittelt werden: „Das zur Abholung des Sperrmülls eingesetzte Personal erhält von den Abfuhraufträgen erst am Tag der Abholung zu Dienstbeginn um 6 Uhr Kenntnis. Darum entbehren die Gerüchte jeglicher Grundlage.“

Plünderer sind Problem

Sperrmüll-Plündern ist auch im Landkreis Northeim ein Thema. Doch wie können sich diejenigen, die ihren Sperrmüll an die Kreisabfallwirtschaft abgeben wollen, gegen die illegalen Sammler wehren? Wir haben einige Informationen in Fragen und Antworten zusammengefasst.

Wie ist die Rechtslage?

Seit In-Kraft-Treten des Kreislaufwirtschaftsgesetzes 2012 und der Neufassung des „Gesetzes über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“ 2013 ist die gewerbliche Sammlung von Sperrmüll und Elektro-Altgeräten grundsätzlich verboten. Verstöße werden mit einem Bußgeld von bis zu 100 000 Euro geahndet.

Was können Bürger gegen die Sperrmüll-Plünderer unternehmen? 

Sie können bei der Polizei oder beim Landkreis Anzeige wegen Unterschlagung erstatten, wenn sie beobachten, dass illegal Sperrmüll gesammelt wird. Wichtig sind eine genaue Ortsangabe (Ort, Straße mit Hausnummer), genaue Datums- und Zeitangabe, eine Personenbeschreibung, das Kfz-Kennzeichen und der Fahrzeugtyp.

Was kann man machen, wenn die illegalen Müllsammler ein Privatgrundstück betreten? 

Auch hier gilt: Am besten das Kennzeichen und mögliche Auffälligkeiten am Sammelfahrzeug notieren. Auch eine Personenbeschreibung ist wichtig. Dann kann bei der Polizei Strafanzeige unter anderem wegen Hausfriedensbruch erstattet werden. „Wenn alle Stricke reißen und sich die Sperrmüllsammler einfach nicht vertreiben lassen, sollten Bürger am besten sofort den Notruf 110 wählen und die Polizei alarmieren“, sagt Polizeihauptkommissar Jürgen Horst von der Northeimer Polizei. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.