Bundestagswahl

Im Landkreis Northeim haben sechs Bewerber Chancen auf ein Mandat

Northeim. Künftig könnten sechs Abgeordneten die Interessen des Landkreises Northeim im Deutschen Bundestag vertreten.

Bei der Wahl am 24. September haben nämlich neben den beiden Kandidaten, die die Direktmandate in den beiden Walkreisen 52 (Northeim/Osterode/Goslar) und 46 (Hameln-Pyrmont) erringen, noch vier weitere Aussichten, über die Landeslisten der Parteien den Sprung nach Berlin zu schaffen.

In den vergangenen vier Jahren hatten aus den beiden Wahlkreise insgesamt fünf Abgeordnete Sitze im bundesdeutschen Parlament: die beiden Sozialdemokraten Wilhelm Priesmeier (Wahlkreis 52) und Gabriele Lösekrug-Möller (Wahlkreis 46), die die Direktmandate errungen hatten, die Christdemokraten Roy Kühne (Wk 52) und Micheal Vietz (Wk 46) sowie Jutta Krellmann (Linke, Wk 46).

Wahlkreis 52

Kühne, der 2013 Priesmeier nur knapp unterlegen war, gilt im Kampf ums Direktmandat als Favorit. Für Priesmeier, der seine politische Laufbahn beendet, tritt für die SPD diesmal Marcus Seidel an.

Roy Kühne

Derjenige von den beiden, der den Wahlkreis 52 nicht gewinnt, wird wohl kein Mandat bekommen. Kühnes Aussichten, über Platz 23 der Landesliste wieder in den Bundestag einzuziehen, sind gering. Vor vier Jahren reichte zwar dank Überhang- und Ausgleichsmandaten Platz 29 für den Einzug ins Parlament. Da aber mit FDP und AfD höchstwahrscheinlich zwei weitere Parteien im Bundestag vertreten sein werden, reduziert sich die Größe der übrigen Fraktionen. Außerdem prognostizieren die Wahlforscher, dass die CDU in Niedersachsen so viele Direktmandate gewinnt, dass über ihre Liste kaum noch ein Mandat vergeben wird.

Marcus Seidel

Auch die Aussichten seines Kontrahenten Seidel, über die Liste den Sprung nach Berlin zu schaffen, sind mit Listenplatz 30 sehr gering. Vor vier Jahren reichte bei den Sozialdemokraten Listenplatz 21, um in den Bundestag zu kommen.

Jens Kestner

Eine Zitterpartie wird der Wahlabend im Wahlkreis 52 wohl für Jens Kestner (AfD) werden. Mit Listenplatz 6 braucht der Northeimer ein deutlich zweistelliges Ergebnis seiner Partei in Niedersachsen, um Abgeordneter im künftigen Bundestag mit sechs Fraktionen zu werden. Zum Vergleich: Vor vier Jahren erreichten die Grünen landesweit 8,8 Prozent. Damit brachten sie sechs Kandidaten über ihre Landesliste in einen Bundestag mit vier Fraktionen. 

Viola von Cramon

Kaum Chancen, ein Mandat zu erringen, hat Viola von Cramon (Grüne) auf Platz 9 ihrer Landesliste. Völlig chancenlos ist Nicole Langer (FDP). Sie steht auf Platz 23 der FDP-Liste. Als chancenloser Direktkandidat und ohne Platz auf der Landesliste der Linken hat Lukas David Jacobs keine Aussicht auf ein Mandat. 

Wahlkreis 46 

Michael Vietz

Auch im Wahlkreis Hameln-Pyrmont geht diesmal CDU-Kandidat Michael Vietz als Favorit für das Direktmandat ins Rennen. Kontrahent Johannes Schraps, der als SPD-Kandidat die Nachfolge von Gabriele Lösekrug-Möller antritt, gilt als Außenseiter. 

Johannes Schraps

Er kann sich aber trotzdem Hoffnungen auf ein Mandat machen, da er auf Platz 13 der SPD-Landesliste noch einigermaßen weit vorne platziert ist. Vietz, der auf Platz 19 der CDU-Landesliste steht, hat wegen der zu erwartenden vielen CDU-Direktmandate kaum Chancen, über die Landesliste erneut Abgeordneter zu werden.

Armin Paul Hampel

Armin Paul Hampel (AfD), darf mit Listenplatz 1 ziemlich sicher mit einem Bundestagsmandat rechnen. Nach den Querelen um die Einreichung der AfD-Landesliste bei der niedersächsischen Landeswahlleiterin bleibt nur noch eine minimale Restunsicherheit, ob die Liste zur Wahl zugelassen wird. 

Jutta Krellmann

Auch Jutta Krellmann darf sich auf Listenplatz 3 der Linken Hoffnungen auf einen Wiedereinzug in den Bundestag machen. Praktisch chancenlos sind dagegen Klaus-Peter Wennemann, der für die FDP antritt, und die Grüne Ute Michel. Wennemann steht bei der FDP auf Platz 16 der Landesliste, Michel bei den Grünen auf Platz 21. Beides wird sicherlich für den Sprung nach Berlin nicht reichen. 

Rubriklistenbild: © dpa

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