Wegen der Corona-Pandemie ist die Kreisverwaltung seit Ende Februar im Krisenmodus

Im Northeimer Kreishaus tagt täglich der Krisenstab

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Am Computer: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel beim Start der virtuellen Konferenz des Krisenstabs.

Northeim – Seit Ende Februar arbeitet im Northeimer Kreishaus ein Corona-Krisenstab. Denn in Deutschland sind es die Landkreise, die zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten alle nötigen Schutzmaßnahmen zu treffen haben. Es gelten die Regeln des Katastrophenschutzes.

„Unser Krisenstab besteht aus Vertretern verschiedener Fachbereiche und Referate der Kreisverwaltung,“ berichtet Kreissprecherin Anna-Madeleine Feg. Täglich um 11 Uhr ist es soweit, dann ist Krisenstab-Zeit, für zwei Stunden und immer dann, wenn es die Lage erfordert.

„Allerdings“, so Feg weiter, „sind die Stabsmitglieder schon seit einiger Zeit gar nicht mehr persönlich anwesend. Wir unterhalten uns per Telefonkonferenz, um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten.“

Ist als Erster mit dabei: Erster Kreisrat Jörg Richert. Er ist der Leiter des Krisenstabs. 

Die Fachbereiche Gesundheitsdienste, Brand- und Katastrophenschutz sowie Öffentlichkeitsarbeit nähmen dauerhaft teil. Hinzu kommen Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, die Dezernatsleitungen und der Erste Kreisrat, Jörg Richert. Er ist Stabsleiter und koordiniert die Abläufe in Abstimmung mit der Landrätin. Weitere Fachbereiche würden bei Bedarf hinzugeschaltet. Auch Institutionen von außerhalb sind bei Bedarf dabei. Feg: „Dazu zählt beispielsweise der Leiter der Polizeiinspektion, Michael Weiner.“

Zum Krisenstab gehörten täglich auch Mitarbeiter, die als „Sichter“ und als „Beschaffer“ fungieren, berichtet Feg. Beim „Sichter“ gehen sämtliche Infos des Tages ein. Er filtert sie und leitet sie an die Fachbereiche oder den Krisenstab weiter. Zu seinen Aufgaben gehörten die Erstellung des Lagebildes und vor allem die Führung des Einsatztagebuchs mit allen Tagesaufgaben. Die Beschaffer wiederum kümmern sich um die Beschaffung von Material wie Atemmasken und Desinfektionsmittel. Allein für diesen Bereich stünden 14 Mitarbeiter zur Verfügung.

Auch die Städte und Gemeinden würden, wenn nötig täglich, über Lage und Verfügungen informiert. Zudem tagten die Bürgermeister einmal wöchentlich mit der Landrätin in einer Telefonkonferenz.

Feg: „Jede Sitzung des Krisenstabes beginnt mit der aktuellen Lage. Es gibt eine Übersicht der Infizierten und Genesenen, ein Blick auf die Infektionszahlen in den Nachbarkreisen und im Land. Dann geht es um aktuelle Themen, wie in den letzten Tagen den Start des Schulunterrichts und natürlich die Einführung der Maskenpflicht und die Beschaffung von Schutzausstattung.“

Nachdem offene Punkte aus der vorherigen Sitzung geklärt sind, berichten die Mitarbeiter der Fachbereiche über aktuelle Entwicklungen rund um Corona. Auch innerhalb der Verwaltung entstünden Probleme, die im Stab Thema werden. Ein wichtiger Punkt sei zum Beispiel die dauerhafte Sicherstellung der Müllabfuhr. Viel Raum nähmen auch die fast täglich neuen Verfügungen des Landes und deren Umsetzung auf Kreisebene ein, so Feg weiter.

„Die Situation muss täglich neu beurteilt werden. Eine schnelle Sammlung und Verteilung der Informationen ist extrem wichtig für die Stabsarbeit“, ergänzt Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. Deutlich macht sie aber auch, dass das Verständnis der Bevölkerung für die Regelungen weiter entscheidend sei für die Bewältigung der Pandemie. „Hinter allen Anordnungen steht das Bemühen, die Infektionszahlen so gering zu halten, dass die Versorgung in den Krankenhäusern sichergestellt werden kann.“ Auch außerhalb des Krisenstabs seien viele Kreismitarbeiter im Dauer-Coronaeinsatz. Vor allem das Gesundheitsamt sei personell verstärkt worden, da dort der Großteil der Aufgaben anfalle.

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