Autos fahren zu schnell am Schulbus vorbei

Imbshäuser machen mobil gegen provisorische Haltestelle

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Protest: Diese Imbshäuser wollen, dass Schüler weiter an dieser Haltestelle in die Busse einsteigen dürfen.

Imbshausen. Geht durch die neue Bushaltestelle an der Kapellenstraße in Imbshausen Gefahr für Kinder aus? Diese Frage erregt in der Northeimer Ortschaft Imbshausen die Gemüter.

Hintergrund: Im Zuge der Sanierung der Imbshäuser Ortsdurchfahrt wurde die alte Bushaltestelle in der Kapellenstraße etwa 20 Meter in nördliche Richtung verlegt und dort mit einem neuen Buswartehäuschen und einer Fußgängerampel versehen. Aber genau die birgt nach Ansicht einiger Eltern jetzt eine Gefahr für Kinder, wenn die Schulbusse morgens um 6.50 und 7.38 Uhr dort halten.

Für Autofahrer, die aus Richtung Echte kommen, sind diese Ampel und die nachfolgende Kurve nämlich schlecht einsehbar, wenn Busse dort halten. Die Folge ist, dass Autofahrer oft mit hoher Geschwindigkeit und nicht, wie vorgeschrieben, mit Schrittgeschwindigkeit an den Bussen vorbei fahren - angeblich ab und zu auch bei Rot.

Polizeikontrollen 

Peter Schliep, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Northeim, bestätigte auf HNA-Anfrage diese Problematik. Bei Kontrollen seien in Bezug auf die Geschwindigkeit der an den Bussen vorbei fahrenden Autos tatsächlich mehrere Verstöße festgestellt und geahndet worden. Die Missachtung des Rotlichts sei bei den Kontrollen allerdings nicht vorgekommen.

Die Stadt Northeim hatte aufgrund dieses Ergebnisses und nach einem Ortstermin den Verbesserungsvorschlag einiger Eltern aufgenommen. Der sieht vor, dass die Schüler morgens um 6.50 und 7.38 Uhr 20 Meter weiter südlich im Bereich der ursprünglichen Bushaltestelle zusteigen.

Kurz vor dem Jahresende ließ die Northeimer Stadtverwaltung dort eine provisorische Bushaltestelle einrichten. Die wird nach Auskunft der Stadt Northeim zunächst für eine Probephase betrieben, deren Ergebnisse Ende März ausgewertet werden sollen.

Darüber hinaus sollen laut Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser zur Entschärfung der Gefahrenlage weitere Maßnahmen geprüft werden. Dazu zählen unter anderem eine Funksteuerung, mit der die jeweiligen Busfahrer die Fußgängerampel auslösen können, eine Umrüstung der Ampel auf Bedarfsschaltung und eine Verbesserung der Fahrbahnmarkierung.

Von Niko Mönkemeyer

"Verlegung ist ein Schildbürgerstreich"

Die Einrichtung der provisorischen Schülerbushaltestelle stößt allerdings nicht bei allen Imbshäusern auf Zustimmung. Vielmehr wird die Verlegung der Haltestelle von vielen Einwohnern der Northeimer Ortschaft – darunter auch vielen Eltern, deren Kinder dort in die Schulbusse steigen – als „Schildbürgerstreich“ empfunden. In einer Unterschriftenliste, die sie gestern Bürgermeister Tannhäuser übergeben haben und auf der sich 175 Einwohner eingetragen haben, fordern sie den sofortigen Abbau der provisorischen Haltestelle und begründen dies mit einer erhöhten Gefahr für die Kinder.

Bei denen handelt es sich unter anderem auch um Grundschulkinder, und die hätten sich daran gewöhnt, die Haltestelle an der Ampel zu benutzen und seien durch die Einrichtung der zweiten Haltestelle jetzt erheblich verunsichert worden. Hinzu komme, dass durch die Verlegung für einige Kinder der Weg über die Ampel mit einem Umweg verbunden sei – mit dem Risiko, dass diese lieber den direkten Weg über die Straße wählen.

Kritisiert wird von vielen Bürgern auch, dass es weder von der Stadt Northeim noch von der Ortsbürgermeisterin im Vorfeld Informationen über die Verlegung der Haltestelle gegeben habe und dass die ganze Aktion am Ortsrat vorbei abgewickelt worden sei. (nik)

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