Eine Nichtschwimmer-Generation wächst heran

Wartelisten für Seepferdchen-Kurse in Northeim sind lang

Renate Pelda von den Wasserfreunden mit einem Seepferdchen-Kursus vor dem Lockdown im Northeimer Hallenbad.
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Renate Pelda von den Wasserfreunden mit einem Seepferdchen-Kursus vor dem Lockdown.

„Wir haben Angst, dass die Corona-Kinder Nichtschwimmer bleiben“, bringt Sven Guse (DLRG) die Sorge, die auch andere Schwimmkursanbieter teilen, auf den Punkt.

Northeim - Das Problem sei, dass das Hallenbad in Northeim seit dem ersten Lockdown ab dem 15. März nur noch kurzfristig geöffnet war, im Freibad gab es kaum Zeiten und Möglichkeiten für Schwimmkurse und am Kiessee sei es für Anfänger zu gefährlich, so Guse.

Allein bei der DLRG stehen rund 60 Kinder auf der Warteliste für einen Seepferdchen-Kursus. Bei den Wasserfreunden Northeim warten laut Vorsitzendem Carsten Bierkamp rund 80 Kinder auf einen Kursus. Schon vor dem Lockdown hätte es eine Wartezeit von vier bis sechs Monaten gegeben. Rund 100 Kinder legen laut Bierkamp in einem coronafreien Jahr bei den Wasserfreunden ihr Seepferdchen ab. 2020 waren es nur rund 20.

Auch bei der Turngemeinde Northeim (TGN) war vor der Pandemie die Nachfrage nach den Schwimmkursen bereits höher als das Angebot. „Die Corona-Pandemie hat die Situation erheblich verschärft, sodass wir für unseren Anfängerschwimmkurs inzwischen über 50 Anmeldungen haben“, so Birgit Ißmer auf HNA-Nachfrage.

Nach dem ersten Lockdown gab es ab dem 5. Oktober von den Stadtwerken Northeim, die das Hallenbad betreiben, ein Angebot für das Vereins- und Schulschwimmen. Doch schon bald folgte der nächste Lockdown. Am 2. November musste das Bad wieder schließen, so SWN-Pressesprecher Lars von Minden. Er hofft, dass es bald eine Perspektive für die Wiedereröffnung geben wird. Betont aber, dass es einen zeitlichen Vorlauf brauche. So zum Beispiel, falls eine Wasserbeprobung erforderlich würde. Da dauere es bis zu zehn Tage, bis ein Ergebnis vorliege.

Sobald bekannt ist, wann das Hallenbad wieder öffnen kann, werde man in Gesprächen klären, wie das Vereinsschwimmen wieder möglich sein wird und ob Zusatzzeiten für Schwimmangebote genutzt werden können, so Ißmer. Auch davon sei abhängig, ob und wann die angemeldeten Kinder an einem Schwimmkursus teilnehmen können.

Doch mit einem Seepferdchen sind die Kinder noch keine sicheren Schwimmer, betont Guse. So sei es wichtig, im Anschluss weiter das Erlernte zu erproben, um dann das Bronze-Abzeichen zu schaffen.

Sorge bereitet ihm aber auch, dass während des Lockdowns keine Rettungsschwimmer ausgebildet werden können, diese würden aber im Sommer von Freibädern und den Küstenbadeorten angefragt. Darüber hinaus liegt der Wettkampfschwimmsport brach, bedauert Bierkamp. Die rund 50 Wettkampfschwimmer der Wasserfreunde warten darauf, endlich wieder trainieren zu können. (Rosemarie Gerhardy)

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