Landkreis will Ergebnisse von Pilotprojekt abwarten

Impfen von Senioren vor Ort im Kreis Northeim nicht in Sicht

Vorbereitung für die Corona-Impfung; Claudia Küchemann vom mobilen Impfteam zieht die Spritze mit dem Impfstoff auf.
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Vorbereitung für die Corona-Impfung; Claudia Küchemann vom mobilen Impfteam in Northeim zieht die Spritze mit dem Impfstoff auf.

Corona-Impfungen von Senioren durch mobile Impfteams in abgelegenen Orten im Kreis Northeim wird es vorerst nicht geben.

Landkreis Northeim – Der Landkreis Göttingen plant ein Pilotprojekt für die Impfung von über 80-Jährigen, die nicht in Heimen und in abgelegenen Orten leben. Ein mobiles Impfteam soll in der Gemeinde Staufenberg Termine für impfwillige Senioren anbieten. Ist so etwas auch für den Kreis Northeim denkbar, etwa im abgelegenen Bodenfelde, deren Einwohner über eine Stunde Weg zum Impfzentrum in Northeim haben?

Von der Kreisverwaltung kommt dazu klar die Aussage, dass so etwas vorerst nicht ins Auge gefasst wird. Ein Sprecher weist darauf hin, dass dazu zunächst eigentlich ein Pilotprojekt im Kreis Cloppenburg laufen soll, mit dem Erfahrungswerte für etwaige dezentrale Impfungen gesammelt werden. Seitens des Landes Niedersachsen sei eine Ausweitung dieses Projektes aktuell nicht vorgesehen, heißt es aus dem Kreishaus. Die Erfahrungen müssten abgewartet werden.

Oberste Impfpriorität hätten im Kreis Northeim aktuell die Impfungen in den Heimen durch mobile Impfteams und die Inbetriebnahme der stationären Impfzentren. Die Impfstoffknappheit gebe aktuell keinen Spielraum, weitere Impfmöglichkeiten zu schaffen oder in Erwägung zu ziehen. Bei einer Änderung der Gesamtsituation könne sich das natürlich ändern.

Man stehe dazu im engen Austausch mit den Städten und Gemeinden, um die zu Impfenden entweder zum Impfzentrum in der Northeimer Stadthalle zu fahren oder – wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe – auch Impfungen vor Ort anzubieten.

Die für den vorigen Montag angekündigte Lieferung von Impfstoff habe den Landkreis Northeim im Übrigen erreicht, heißt es weiter von der Pressestelle der Kreisverwaltung.

Erhalten hat der Landkreis nach eigenen Angaben eine Verpackungseinheit mit 195 Vials/Ampullen. Je nachdem, wie häufig es möglich sei, aus den Dosen sechs Einzelimpfungen zu gewinnen, könnten damit bis zu 1170 Personen geimpft werden. Die Erfahrung habe aber gezeigt, dass dies in der Praxis nicht immer möglich sei. Wie viele Impfungen tatsächlich möglich waren, wisse man daher erst, wenn die Charge aufgebraucht sei.

Bislang sind in den Alten- und Pflegeheimen laut Verwaltung kreisweit bisher 1773 Personen (Impfquote: 1,3 Prozent) geimpft. Hierzu zählen die Heimbewohner sowie Angehörige des Personals der Heime.

(Axel Gödecke)

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