Kunden erhalten beim Friseur keine Auskunft über Mitarbeiter

Impfstatus ist im Landkreis Northeim nur Chefsache

Wenn Friseurmeister Steffan Schreiter bei der Arbeit ist, kommt er seinen Kunden zwangsläufig nahe.
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Wenn Friseurmeister Steffan Schreiter bei der Arbeit ist, kommt er seinen Kunden zwangsläufig nahe.

Wer beispielsweise einen Haarschnitt haben will, muss geimpft oder genesen sein. Bei sogenannten körpernahen Dienstleistungen gilt die 3G-Regel. Beim Friseur oder auch im Bereich der Fußpflege reicht ein Negativnachweis (PCR- oder Schnelltest) aus.

Landkreis Northeim – Das hat Alexandra Helbling, Mitarbeiterin der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck bestätigt. „Im Grunde muss niemand eine Auskunft über seinen Impfstatus geben“, sagte sie.

Ein Kunde hat im Friseursalon keinen Anspruch darauf, zu erfahren, welchen Impfstatus die Person hat, die ihn bedient.

In einigen Salons kann der Schnelltest von den Kunden auch vor Ort gemacht werden, so beispielsweise im Friseurgeschäft von Steffan Schreiter in Northeim.

Von den Beschäftigten in einem Salon muss nur der Arbeitgeber wissen, ob sie geimpft sind oder nicht. Er muss nach den Worten von Helbling in jedem Fall über den Impfstatus seiner Mitarbeiter informiert sein. Mitarbeiter, die ihrem Chef keine Auskunft über ihren Impfstatus geben, müssen täglich einen neuen negativen Corona-Test vorlegen, sonst dürfen sie nicht arbeiten. Außerdem müsse der Salonbetreiber sicherstellen, dass alle seine Angestellten sich an die 3G-Regel halten. Nur dann darf der Friseursalon geöffnet werden.

,,Bei uns sind alle geimpft oder geboostert. Wir können doch nicht etwas von den Kunden verlangen, was wir selber nicht einhalten“, hat Myriam Beil, Chefin vom Friseur am Sultmer in Northeim, eine eindeutige Meinung zum Thema Impfen gegen Corona. In ihrem Salon haben manche Kunden schon danach gefragt, ob die Beschäftigten geimpft sind.

Auch Schreiter befürwortet die Impfung im Bereich der körpernahen Dienstleistungen. ,,Ohne Impfung ist es fast unmöglich, meine Kunden zu schützen“, sagt der Friseurmeister. „Mein Mitarbeiter ist aktuell noch genesen, wird sich danach aber impfen lassen.“

Die Anbieter körpernaher Dienstleistungen müssen darüber hinaus ein Hygienekonzept für ihr Geschäft vorlegen. Darin muss unter anderem festgelegt sein, wie der Zutritt der Kunden geregelt wird, um Warteschlange zu vermeiden. Auch wie gelüftet wird, muss geregelt sein.

Die Einhaltung der 3G-Regel und des Hygienekonzepts in den Geschäften wird kontrolliert. Das bestätigt Saskia Binnewies, Sprecherin der Northeimer Kreisverwaltung auf Anfrage.

Hygienekonzept ist notwendig

Körpernahe Dienstleistungen (Friseur, Kosmetik, Massage, Tätowierung, Physiotherapie, Fußpflege aber auch Prostitution) sind mit Hygienekonzept möglich. Zutritt bekommt, wer vollständig geimpft, genesen ist oder mit einen negativen Corona-Test-Nachweis vorweisen kann. Es muss eine Maske getragen werden, sofern das Gesicht nicht für die Dienstleistung unbedeckt bleiben muss (Bartpflege, Gesichtskosmetik). (Marvin Hinrichsen)

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