Impfzentrum in der Northeimer Stadthalle bald startklar

Umbauarbeiten beginnen – Betrieb ab 15. Dezember möglich

Einsatzkräfte des Technischen Hilfs-Werks (THW) haben damit begonnen, die Northeimer Stadthalle in ein Impfzentrum umzubauen. Auf unserem Bild werden riesige Spanplatten angeliefert.
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Einsatzkräfte des Technischen Hilfs-Werks (THW) haben damit begonnen, die Northeimer Stadthalle in ein Impfzentrum umzubauen. Auf unserem Bild werden riesige Spanplatten angeliefert.

Die Umwandlung der Northeimer Stadthalle in ein Impfzentrum für den Landkreis Northeim nimmt Gestalt an.

Landkreis Northeim – Das Technische Hilfswerk hat am 9. Dezember anfangen, erste Trennwände aufzustellen, Strom zu verlegen und auch sonst alle baulichen Erfordernisse umzusetzen. Am 15. Dezember soll dann in der Stadthalle alles so vorbereitet sein, dass erste Impfungen vorgenommen werden könnten, so Maximilian Radke vom THW Einbeck.

Zunächst sei ein Betrieb bis zum 30. Juni 2021 vom Land Niedersachsen vorgesehen und genehmigt worden, so Landrätin Astrid Klinkert-Kittel am Dienstag bei der Vorstellung des Konzepts. Eine Verlängerung darüber hinaus sei aber möglich. „Es ist eine Mammutaufgabe, die Bevölkerung zu immunisieren“, so die Landrätin. Rund zwei Drittel der Bevölkerung müssten dafür an der freiwilligen Impfung teilnehmen.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel

Sie betonte nochmals, dass man mit der Auswahl der Stadthalle nicht die Sporttreibenden bevorzugen und die Kulturtreibenden benachteiligen wollte. Die Stadthalle erfülle die Anforderungen des Landes an ein Impfzentrum, von der Größe über die Erreichbarkeit bis hin zur Infrastruktur. Hier sei alles vorhanden, so Harald Rode, Stabsleiter Impfzentrum beim Landkreis Northeim.

Die Kosten für das Impfzentrum veranschlagt er mit rund zwei Millionen Euro für ein halbes Jahr. Darin enthalten sind auch bereits die Zahlungen an die Stadt, die laut Bürgermeister Simon Hartmann maximal 19.000 Euro pro Monat für Einnahmeverluste, Personal und Nebenkosten betragen. Das Land Niedersachsen werde aber später die Kosten des Landkreises übernehmen, so Rode. Für die Umsetzung der Impfung in der Stadthalle wurde das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ins Boot geholt. Die mobilen Impfteams für die Seniorenheime stellen die Johanniter-Unfallhilfe und der Arbeiter-Samariterbund (ASB).

Ziel sei es, 600 Menschen am Tag an drei Impfstraßen in der Northeimer Stadthalle zu impfen, erklärte Frank Beckmann, Kreisbereitschaftsleiter des DRK-Kreisverbands. Foto: Landkreis Northeim

Wie das Impfen in der Praxis umgesetzt wird, erläuterte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Regina Pabst: Zunächst müssen sich Impfinteressierte einen Termin über die eigens ab 15. Dezember beim Land Niedersachsen eingerichtete Hotline geben lassen. Dort bekommen sie dann den Impfort und den Termin genannt. Hier sei anfangs sicherlich mit einem starken Andrang zu rechnen.

In der Stadthalle gibt es dann einen festgelegten Weg, von der Anmeldung im Foyer über eigens eingerichtete Wartebereiche geht es dann zunächst zu einem der beratenden Ärzte. „Hier müssen Fragen beantwortet, aber auch Vorerkrankungen besprochen werden“, so Pabst. Wenn aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Impfung spricht, geht es in eine der drei Impfstrecken, die im Saal der Stadthalle eingerichtet sind. Dort wird die Impfung verabreicht. Anschließend sollten die Geimpften noch eine Weile zur Beobachtung in einem Wartebereich bleiben.

Beratungsgespräch beim Arzt

Je nach Länge des Beratungsgesprächs dauert der ganze Aufenthalt circa 30 bis 45 Minuten, schätzt Pabst ein. Als Nebenwirkungen könne es wie bei anderen Impfungen sein, dass es in den Folgetagen etwas heiß und unangenehm an der Impfstelle am Arm werde.

Weitere Informationen zu den Impfstoffen habe man auch noch nicht vorliegen. Papst: „Wir haben noch keinen Beipackzettel bekommen.“ Auch welcher Impfstoff zur Verfügung gestellt werde, wisse man aktuell noch nicht. Einfluss habe man darauf nicht. Allerdings werde in der Stadthalle extra ein Kühlraum eingerichtet, damit der Impfstoff fachgerecht gelagert werden könne.

Mobile Impfteams

Neben den Impfmaßnahmen in der Stadthalle werde es noch zwei mobile Impfteams geben. Diese werden jeweils mit Arzt, medizinischer Fachkraft und Verwaltungskraft in die Seniorenheime gehen. Das funktioniere auch mit den gekühlten Impfstoffen, die laut Pabst nicht bei den zur Lagerung vorgeschriebenen minus 70 Grad gespritzt werden könnten. Perspektivisch sollten die Hausärzte die Impfungen übernehmen. Das sei aber erst möglich, wenn es auch andere Impfstoffe gebe, die nicht gekühlt werden müssten. Um alles auch personell stemmen zu können, werden laut Pabst aktuell dringend weitere hauptamtliche Mitarbeiter gesucht.

Für eine Impfstrecke, bei der rund 200 Menschen pro Tag innerhalb von rund zehn Stunden Öffnungszeit geimpft werden können, braucht es rund 30 Mitarbeiter, bei zwei Strecken 40 und bei drei Strecken 50 Mitarbeiter, beziffert DRK-Kreisbereitschaftsleiter Frank Beckmann den Personalbedarf.

Personal dringend gesucht

Gemeinsam mit Gesundheitsamts-Chefin Papst appelliert Beckmann an Ärzte und medizinische Fachangestellte, sich für die Arbeit im Impfzentrum zu melden. Auch Krankheits- und Gesundheitspfleger, Altenpfleger, Notfall- und Rettungssanitäter, Sozialmedizinische Fachangestellte sowie Medizinstudenten könnten sich bewerben.

Diese würden dann entsprechend ausgebildet, sodass sie eine Impfung vornehmen können. Dafür müssten sie dann eine „kleine“ Prüfung ablegen. Zusätzlich zum medizinischen Personal werde auch ein Sicherheitsdienst verpflichtet, um das Impfzentrum zu schützen. (Rosemarie Gerhardy)

Wer wird zuerst geimpft?

Zugelassen ist der Impfstoff für Menschen ab 16 Jahren. Noch gibt es keine Festlegung der Reihenfolge, wer als Erstes eine Impfung bekommen kann. Laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts sollten Menschen über 80 Jahre, Bewohner von Seniorenheimen sowie Mitarbeiter in Notaufnahmen und Covid-19-Stationen als erstes den Impfschutz bekommen. Die Impftermine sollen über eine Hotline des Landes vergeben werden, so Dr. Regina Pabst, Leiterin Gesundheitsamt.

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