Hausärzte sollen weiterimpfen

Impfzentrum Northeim schließt Ende September

Das Impfzentrum in der Northeimer Stadthalle
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Das Impfzentrum in der Northeimer Stadthalle schließt Ende September.

Der Landkreis Northeim plant, sein Impfzentrum in der Northeimer Stadthalle Ende September auslaufen zu lassen.

Northeim – Das Land Hessen hatte in der vorigen Woche bereits beschlossen, seine 28 Impfzentren in den Kommunen Ende September zu schließen, weil der Bund dann seine Mitfinanzierung einstellt.

Das Land Niedersachsen hat sich dem zwar noch nicht angeschlossen. Der Landkreis Northeim allerdings plant trotzdem, den Betrieb seines Impfzentrums in der Northeimer Stadthalle am 30. September auslaufen zu lassen.

Wie Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer auf HNA-Anfrage mitteilte, laufe der Mietvertrag für die Nutzung der Stadthalle zwar nur bis zum 15. August. Er soll aber bis zum 30. September verlängert werden. Der Verwaltungsausschuss der Stadt Northeim hat sich mit dem Anliegen am Montagabend beschäftigt.

Der Landkreis hoffe auf eine Verlängerung. Eine weitere Nutzung der Stadthalle als Impfzentrum über den 30. September hinaus sei jedoch derzeit nicht vorgesehen, so Niemeyer. Gegenwärtig gebe es auch nur einen Auftrag durch das Land, das Impfzentrum bis zum 30. September zu betreiben. Die Impfungen sollen dann ab 1. Oktober vollständig in das sogenannte Regelsystem übergehen, fuhr der Kreissprecher fort. Das bedeute, dass ab dann alle Impfungen durch die Haus- und Betriebsärzte vorgenommen werden sollen.

Derzeit würden im Impfzentrum angesichts des immer noch anhaltenden Mangels an Impfstoff in der Stadthalle überwiegend Zweitimpfungen ausgeführt. Eine Besserung der Lage sei noch nicht in Sicht, so Niemeyer.

Derzeit seien lediglich die Mengen bekannt, die der Landkreis bis zum 24. Juni erhalten soll. Die in Aussicht gestellte Menge für die am nächsten Montag beginnende 25. Kalenderwoche liege mit 2370 Impfdosen deutlich unter der Menge von 4000 Dosen, die das Impfzentrum pro Woche als Zielgröße regelmäßig verimpfen soll und auch könnte. Zu den Impfstofflieferungen ab Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli 2021 gebe es noch keine belastbaren Aussagen.

Auch die Hausärzte können nicht langfristig planen, sagt der Vorsitzende des Northeimer Ärztevereins, Wolfgang Boldt. Er habe für diese Woche nur 30 Impfdosen für Erstimpfungen bestellen können. Laut Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gibt es bei aktuellen Bestellungen pro Arzt maximal 30 Dosen Biontech-Serum und maximal 20 Dosen Astrazeneca für Erstimpfungen pro Woche. Für Zweitimpfungen gebe es keine Obergrenzen. (Axel Gödecke)

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