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Energiekrise: Mit warmer Kleidung und Decke zum Gottesdienst

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Von: Kathrin Plikat

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Heizung runter: Kirchengemeinden in Northeim sollen sparen. Das Bild zeigt die St. Sixti-Kirche.
Es wird überall kälter: Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Leine-Solling müssen sparen. Das Bild zeigt die Northeimer St. Sixti-Kirche. © olaf Weiss

Die aktuelle Energiekrise stellt auch die Kirche vor Herausforderungen: Die Gemeinden im Kirchenkreis Leine-Solling müssen sparen.

Northeim – Warm angezogen und mit Decken in die Kirche, Heißgetränke nach dem Gottesdienst: So wird es angesichts der Energiekrise in Herbst und Winter in so einigen Gotteshäusern im Kirchenkreis Leine-Solling aussehen. Fakt ist: Heizen ist aktuell ein großes Thema in allen Kirchengemeinden, sagt Superintendent Jan von Lingen auf HNA-Anfrage.

Fast alle Gemeinden planen laut von Lingen ein Absenken der Heiztemperatur in den Kirchen, um zum Energiesparen beizutragen. Bei Gottesdiensten und Veranstaltungen werden die Kirchen künftig im Schnitt auf lediglich 15 bis 17 Grad geheizt – dafür die Gottesdienste etwas verkürzt.

Mehrere Gemeinden bieten im Anschluss an Gottesdienste Heißgetränke an, so von Lingen weiter. Zudem planten viele Gemeinden eine stärkere Nutzung der Gemeinderäume – wenn die Pandemielage dies zulasse. Und: „In einigen Gemeinden liegen bereits Decken bereit.“

Bereits im August sei ein Schreiben des Kirchenamtes Northeim an alle 35 Gemeinden im Kirchenkreis zu Energieeinsparungen in kirchlichen Gebäuden verschickt worden. Das Schreiben ging laut von Lingen über die Kirchengemeinden auch an die zuständigen Baubeauftragten. Denn jede Kirchengemeinde könne als Körperschaft öffentlichen Rechts selbstständig entscheiden. „Alle gehen aber sehr verantwortungsvoll mit der Situation um und planen die Absenkung der Heiztemperatur“, betont der Superintendent.

Zudem würden einige Gemeinden unter dem Titel „Wärmewinter“ bereits Angebote für den Winter planen. In Northeim werden unter Leitung von Corvinus-Pastor Jens Gillner soziale Einrichtungen wie Tafel und Oase zu einem Runden Tisch zusammenkommen und sich untereinander abstimmen.

Neben diesen kurzfristigen Zielen gebe es langfristige Planungen zur Bekämpfung der Klimakrise, darunter Maßnahmen wie Biodiversität, E-Mobilität und Gebäudesanierungen. Zudem wurde ein E-Auto fürs Kirchenamt und die Superintendentur gekauft sowie E-Bikes für Pfarrämter bezuschusst.

Viele Kirchengemeinden ziehen laut Superintendent Jan von Lingen schon seit Jahren ab Januar in die „Winterkirche“, nämlich die Gemeinderäume, um. Aktuell müssten natürlich die jeweiligen Corona-Pandemie-Regeln beachtet werden. Außerdem wurden schon zahlreiche Maßnahmen fürs Energiesparen ergriffen: Pfarr- und Gemeindehäuser wurden mit neuen Fenstern ausgestattet, Gebäude gedämmt, Heizungsanlagen erneuert sowie einige Pfarrhäuser mit Solaranlagen bestückt.

Außerdem wurden für mehrere Kirchen Sitzkissenheizungen angeschafft, unter anderem, um die Heizungsanlage in der Kirche zu entlasten. Der Energieverbrauch in den Gemeinden werde zudem regelmäßig kontrolliert und dokumentiert. Laut von Lingen erweitert der Kirchenkreis fortlaufend seine Klima- und Gebäudemanagementkonzepte bei Pfarr- und Gemeindehäusern sowie bei Kirchen. Als Pilotprojekt erhalte zum Beispiel der Neubau des Gemeindezentrums Einbeck neue Solarziegel, die Strom erzeugen. (kat)

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