Wir klären auf, wo die Geräte installiert sein müssen

Tödliche Gefahr: In vielen Häusern fehlen noch immer Rauchmelder

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Gehört unter die Decke und nicht an Schrägen: Ein Rauchmelder, der vor dem lebensgefährlichen Brandrauch warnt.

Northeim. Seit 2016 sind sie gesetzlich vorgeschrieben, doch häufig fehlen sie noch immer: Rauchmelder, die kleinen, unauffälligen Lebensretter, sind in vielen Häusern noch Mangelware.

Das teilt Sven Helmold, Kreisbrandschutzerzieher des Kreisfeuerwehrverbands Northeim, mit.

Das Team, das in vielen Städten und Gemeinden im Kreis Northeim Erwachsene, ebenso aber auch Kinder unter anderem über die Gefahren von Feuer oder das richtige Absetzen eines Notrufs aufklärt, stellt immer wieder fest, dass vielen Bürgern nicht bekannt und bewusst ist, dass es eine Pflichtaufgabe ist, Rauchmelder in den Wohnungen und Häusern zu installieren. „Bei Brandschutzschulungen in den Kitas und Schulen wird oft sehr deutlich, dass vielen Eltern die eigene Sicherheit und die ihrer Kinder nicht so wichtig ist, wobei die Rauchmelder heute zu günstigen Konditionen beschafft werden können“, betont Helmold. Viel Geld werde für Technik ausgegeben – für Rauchmelder, die Leben retten können, hingegen weniger.

Hohe Strafen

Dabei könne das gleich doppelt zur Gefahr werden. Nicht nur, dass wenige Atemzüge im Rauch tödlich enden können, auch der Versicherungsschutz sei gefährdet. „Alleine das Fehlen der vorgeschriebenen Rauchmelder, ohne dass es zum Brand kommt, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die nach dem Gesetz mit Geldbußen bis 500 000 Euro geahndet werden können“, so Helmold.

So klingt ein Rauchmelder

Kommt es zum Brand, ist unklar, ob die Versicherung den Schaden auch bei fehlenden Rauchmeldern übernimmt.

Eben dieser Schaden könne aber sehr schnell hoch ausfallen. „Die Schäden, die durch das Feuer entstehen, sind oft nicht das Schlimmste. Die Rußablagerungen sind gesundheitsgefährdend und müssen in der Regel von Spezialfirmen beseitigt werden. Dadurch können hohe Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen“, mahnt der Kreisbrandschutzerzieher. 

Pflicht in allen Wohnungen

Rauchmelder müssen seit 1. Januar 2016 in allen Wohnungen installiert sein, ganz egal ob Mietwohnung oder Eigenheim, Alt- oder Neubau. Dabei gibt es Räume, in denen sie vorhanden sein müssen und Räume, in denen sie eher ungeeignet sind.

Hilflos ausgeliefert: 70 Prozent der Brandtoten kommen nachts ums Leben - unbemerkt muss das Feuer mit einem Rauchmelder aber nicht bleiben.

Zu den Pflichträumen zählen alle Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure, die als Fluchtweg aus einem Aufenthaltsraum dienen. Damit ist der sogenannte Mindestschutz erfüllt. Die Feuerwehr empfiehlt, darüber hinaus auch alle Wohnzimmer, Spielzimmer oder Hobbyräume und Arbeitszimmer mit den Rauchmeldern auszustatten. Bricht dort ein Feuer aus, wird es schneller bemerkt. Eher ungeeignet sind Rauchmelder in der Küche, der Garage oder in Badezimmern. Spezielle Thermomelder können dort hilfreich sein. Der Fachhandel und die Feuerwehr helfen im Einzelfall weiter. 

Laut Kreisbrandmeister Bernd Kühle können nur richtig angebrachte Rauchmelder Leben retten. Sie sollen immer an die Zimmerdecke, mindestens 50 Zentimeter entfernt von Wänden, Lampen und Balken angebracht werden und müssen auch bei Dachschrägen waagerecht installiert werden. 

Die Feuerwehren in der Region sowie die Brandschutzerzieher stehen bei Fragen zur Verfügung.

www.kfv-nom.de

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