Neubau entsteht an der Stadtmauer

Innenstadt-Krippe in Northeim soll im Mai 2018 fertig sein

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Der Entwurf: So soll die neue Krippe am Northeimer Wall aussehen.

Northeim. Über Wochen tat sich nichts an der Ausgrabungsstätte der historischen Northeimer Stadtmauer, auf dem Gelände, auf dem eine neue Kinderkrippe entstehen soll.

Doch der Stillstand soll ein Ende haben: Ende November, so verspricht die Northeimer Stadtverwaltung sollen die Bauarbeiten für die Krippe starten. Bereits im Mai 2018 soll das Haus fertig sein.

Das Gebäude stellt insofern etwas Besonderes dar, als der Neubau in einem denkmalpflegerisch sensiblen Gebiet entsteht. So musste die Stadt als Bauherrin und auch Planerin auf Anregung der Denkmalpflege den Bauplan mehrfach ändern. Grund dafür gab eine im Vorfeld des Baus erfolgte Ausgrabung des Fundaments der Stadtmauer auf dem Baugelände. Der Verlauf des Mauerfundaments soll jetzt vor dem Neubau sichtbar bleiben, ein Teil eventuell von einer Glasscheibe überdeckt werden.

Bauherrin für den 600 000 Euro teuren Neubau gegenüber der Sixti-Kirche ist die Stadt Northeim, und zwar über ihre Brauereigesellschaft. Diese Gesellschaft verfügt noch über ein Restvermögen aus alten Brauerei- und Restaurationszeiten, dass den städtischen Kostenanteil von 300 000 Euro decken soll.

Das grüne Licht der Stadtverwaltung zum Baustart freut sowohl Pastorin Karin Gehrken-Heise vom Kindertagesstättenverband des Kirchenkreises als auch Astrid Damm, Leiterin des Sixti-Kindergartens Hagenstraße, die die Einrichtung betreiben werden. Damm: „Wir haben eine große Nachfrage nach Krippenplätzen, von denen es in der Stadt zu wenig gibt.“

Eigentlich sollte die Krippe des Sixti-Innenstadt-Kindergartens schon seit Sommer in Betrieb sein, doch daraus wurde bekanntlich nichts. Das baufällige Kantorenhaus am Kirchplatz 7, an dessen Stelle die Kirchengemeinde ursprünglich selbst eine Krippe bauen wollte, darf seit dem Angebot von FDP-Ratsherrn Eckhard Ilsemann, das Haus zu kaufen, nicht mehr abgerissen werden. Daraufhin sprang die Stadt ein und präsentierte mit dem Areal an der Mauer einen neuen Bauplatz. 

Neben dem historischen Stadtmauerverlauf, den der Neubau mit seiner Front aufnehmen und entlang dieser Front das Fundament des ausgegrabenen Mauer-Fundaments sogar wieder dauerhaft sichtbar machen soll, gibt es weitere Änderungen in der Planung. So wird es ein ursprünglich im Entwurf vorgesehenes Türmchen im Eingangsbereich nicht mehr geben. 

Der Neubau solle zwar in moderner Architektur aber eher in schlichter Form entstehen, so lautete laut Stadtverwaltung die Vorgabe des Landesamts für Denkmalschutz. Stadtbildprägend seien an dieser Stelle außer der Stadtmauer die Sixti-Kirche als mächtiger Massivbau, die westlich angrenzende Bebauung mit Fachwerkhäusern sowie die künstlerisch verspielte Gestaltung des Theaters der Nacht. Deshalb sollte sich der Krippenbau diesen Gebäuden gegenüber gestalterisch zurücknehmen, sagten die Denkmalschützer.

Der Neubau mit begrüntem Pultdach soll in Holzrahmenbauweise entstehen. Dabei handelt es sich um eine moderne Form des Fachwerkbaus, die relativ schnell ausgeführt werden kann, heißt es von der Stadtverwaltung. 

Die Fassade soll eine Holzverkleidung bekommen. Große Fenster in der Außenfassade und Oberlichter sollen viel Tageslicht in den den 55 Quadratmeter großen Gruppenraum und auch die Nebenräume im Eingangsbereich bringen.

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