Integrierte Gesamtschule in Northeim nicht vor dem Schuljahr 2016/17

Northeim. Eine Integrierte Gesamtschule wird es in Northeim frühestens erst zum Schuljahr 2016/17 geben. Die drei Schulen, die sich zu einer IGS zusammenschließen wollen, haben um ein Jahr Aufschub gebeten. Der Landrat empfiehlt, dem Anliegen zu folgen und deshalb auch die geplante Elternbefragung in den 4. Klassen auszusetzen.

Aktualisiert am 24.09. um 12.15 Uhr

Die drei Schulen – Gutenberg-Realschule, Thomas-Mann-Schule und Gerhart-Hauptmann-Schule – begründen ihren Wunsch in einem Schreiben nach Aufschub an den Landkreis vor allem damit, dass es noch eine große rechtliche Hürde gibt. Nach dem Niedersächsischen Schulgesetz ist laut des Schulleiters der Gutenberg-Realschule, Henning Schult, die IGS noch keine ersetzende Schulform. Das heißt, wo eine IGS eingerichtet wird, muss parallel das herkömmliche dreigliedrige Schulsystem vorhanden sein. „Dafür sehen wir die Schülerzahlen nicht“, sagt Schult.

Wenn sich die drei Northeimer Schulen zu einer IGS zusammenschließen würden, gäbe es in Northeim keine Realschule und keine Hauptschule mehr, so dass eine IGS derzeit nicht genehmigungsfähig ist. Allerdings arbeitet das Kultusministerium in Hannover an einer Gesetzesänderung, dass die IGS wie die sogenannte Oberschule ersetzende Schulform werden soll. „Es wird keine Verpflichtung zur Errichtung von Gesamtschulen geben“, betont dazu der Sprecher des Kultusministeriums, Sebastian Schumacher.

Eine wichtige Voraussetzung müsse zudem gewahrt sein: Ein Gymnasium muss weiterhin unter zumutbaren Bedingungen erreichbar sein. Die Gesetzesänderung, mit der die Landesregierung laut Schumacher dem Wunsch vieler Schulträger (also Städte und Landkreise) nachkomme, soll mit dem Schuljahr 2015/16 in Kraft treten. Eine Elternbefragung halten die drei Northeimer Schulen außerdem erst für sinnvoll, wenn klar ist, ob eine IGS in Northeim genehmigungsfähig ist. Dazu gehört auch die Standortfrage.

Weil weder der Standort Sudheimer Straße (Thomas-Mann-Schule) noch der in der Arentsschildstraße (Gutenberg-Realschule und Gerhart-Hauptmann-Schule) allein groß genug für die Einrichtung einer IGS wäre, ist geplant, bei einem Zusammenschluss beide Standorte weiter zu betreiben – beispielsweise indem die unteren Jahrgänge an einem, die älteren Jahrgänge am anderen Standort unterrichtet werden. Die IGS ist ohne gymnasiale Oberstufe geplant.

Mit der Elternbefragung, die jetzt nach den Sommerferien in den 4. Klassen der Grundschulen in Northeim, Katlenburg-Lindau und Kalefeld stattfinden sollte, wollte der Landkreis klären, ob eine Integrierte Gesamtschule in Northeim die Vierzügigkeit, also vier Klassen pro Jahrgang, erreichen würde. Am 1. Oktober beschäftigt sich der Schulausschuss mit dem Thema. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im Sitzungssaal des Northeimer Kreishauses. (ows)

Rubriklistenbild: © dpa

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